Montag, 14. November 2016

Samsung übernimmt US-Firma Harman mit 30.000 Mitarbeitern

Mit einer Milliarden-Übernahme greift Samsung deutsche Autozulieferer wie Bosch und Continental an. Der Smartphone-Weltmarktführer hat am Montag den Kauf des US-Unternehmens Harman International Industries angekündigt, mit der er seine Präsenz bei der Vernetzung von Fahrzeugen massiv ausweitet. Dafür legt Samsung 8 Mrd. Dollar (7,3 Mrd. Euro) auf den Tisch.

Der Smartphone-Weltmarktführer  hat am Montag den Kauf des US-Unternehmens Harman International Industries angekündigt.
Der Smartphone-Weltmarktführer hat am Montag den Kauf des US-Unternehmens Harman International Industries angekündigt. - Foto: © APA/AFP

Die Firma aus dem US-Bundesstaat Connecticut hat 30.000 Mitarbeiter und ist auf Elektronik für Autos spezialisiert. Es ist der größte Zukauf eines südkoreanischen Unternehmens in Übersee. „Samsung nutzt seine riesigen Geldbestände, um im Markt für Autotechnologien die Konkurrenz zu überholen“, sagte Fondsmanager Park Jung-hoon vom Vermögensverwalter HDC Asset Management. „Aber es bleibt noch abzuwarten, ob es zu einem Unternehmen anwachsen kann, das hier mit Bosch und Continental mithalten kann.“

Kartellbehörde muss noch Sanktus geben

Harman-Produkte werden nach Firmenangaben in mehr als 30 Millionen Autos verwendet, unter anderem von BMW, Volkswagen und Toyota. Das Unternehmen soll innerhalb der Samsung-Gruppe künftig als eigenständige Einheit operieren. Harman-Chef Dinesh Paliwal bleibt an Bord. Die Übernahme muss noch von Kartellbehörden abgesegnet werden und soll bis Mitte 2017 über die Bühne gehen.
Samsung zahlt pro Harman-Aktie 112 Dollar. Das entspricht einem Aufschlag von 28 Prozent auf den Schlusskurs von Freitagabend.

Imageschaden wegen Galaxy Note 7

Samsung bekommt nach eigener Auskunft durch die Akquisition eine maßgebliche Position in dem schnell wachsenden Markt für Autoelektronik. Der Konzern kämpft gerade mit einem Debakel mit dem neuen Smartphone Galaxy Note 7, das nach Bränden vom Markt genommen werden musste - ein immenser Imageschaden für die Asiaten. Die Gruppe ist aber breit aufgestellt und bietet unter anderem noch Fernseher, Hausgeräte, Bildschirme und Halbleiter an.

apa/reuters

stol