Montag, 19. November 2018

SASA: 24-stündiger Streik am Dienstag

Die Mitglieder des Betriebsrats der Transportgewerkschaft des AGB/CGIL haben für Dienstag, 20. November einen 24-stündigen Streik bei der SASA ausgerufen, um „gegen den Anstieg der Turnusstunden und für Neueinstellungen zu protestieren“.

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Foto: © D

„Nachdem in den letzten 3 Jahren die Turnusse ständig ausgeweitet wurden, hat der Betriebsrat nun auch bei den Novemberturnussen erneut einen Anstieg der Arbeitsstunden feststellen müssen. Da die Vorschläge und Hinweise des Betriebsrats keinerlei Beachtung finden, bleibt der Streik das letzte Mittel, um die Betriebsleitung zum Umdenken zu bewegen“, so die Generalsekretärin der FILT/CGIL Anita Perkmann.

Die Transportgewerkschaft des AGB/CGIL sagt es unmissverständlich: die Beschwerden von Seiten der Busfahrer nehmen zu. „Die Mitarbeiter sind enttäuscht und erzürnt über die leeren Versprechungen der Betriebsleitung, die zum wiederholten Male nicht eingehalten wurden. Die Arbeitsbedingungen werden von Monat zu Monat schlechter und immer mehr Busfahrer kündigen. Dies beunruhigt den Betriebsrat sehr“, betont die Generalsekretärin der FILT.

„Der Betrieb gibt zu, nicht ausreichend Busfahrer zu finden und unterbesetzt zu sein. Die Arbeitsbedingungen verschlechtern, ist allerdings keine Lösung. Dadurch riskiert man, dass auch noch die wenigen Neuen davonlaufen. Bei den alles andere als üppigen Einstiegsgehältern von knapp 1300 Euro ist das auch kein Wunder“, so Perkmann.

Bordcomputer als zusätzlicher Stressfaktor

Laut der FILT CGIL/AGB gibt es eine Vielzahl an Problemen bei den Turnussen. Die Sekretärin der FILT erklärt, dass die Fahrtzeiten vieler Linien seit Jahrzehnten mehr oder wenig dieselben geblieben sind, und dies trotz des Anstiegs der Haltestellen und der Fahrgäste.

Ein Aspekt der sich zudem negativ auswirkt, sind die Bordcomputer, die die Busfahrer dazu anhalten, die Fahrten immer zügiger durchzuführen. „Dies führt nur zu erheblichem Stress und Hektik, die vielgelobte Qualität des Dienstes bleibt dabei komplett auf der Strecke“. Auch der Beruf des Busfahrers wird dadurch zu einem Stressfaktor. „Er macht krank“, fasst die Sekretärin die Situation zusammen und pocht auf paritätische Kommissionen die gemeinsam mit dem Betriebsrat die Fahrtzeiten prüfen.

Pausen fast nicht möglich

Ein weiteres Problem sind die fehlenden Pausen, die es nur mehr „theoretisch“ gibt. „Die zu kurzen Fahrtzeiten verursachen ständige Verspätungen, die die Pausen an den Endstationen einfach schlucken und den Busfahrer so eine kurze Erholung unmöglich machen“, erklärt Perkmann.

Besorgt ist der Betriebsrat auch über die Zunahme der Arbeitsstunden. „Ein Busfahrer sollte eigentlich 39 Stunden pro Woche arbeiten, das bedeutet 6.30 Stunden, in 6 Tagen. Tatsache ist, dass die Fahrer der SASA alle mehr arbeiten. Turnusse mit 7 und auch 8 Stunden sind inzwischen keine Seltenheit und das bei nur einem Ruhetag pro Woche“, klagt die Filt CGIL-AGB an.

„Ein Verkehrsbetrieb ist verpflichtet die Stunden auszugleichen, indem er zusätzliche Ruhetagen gewährt oder erleichterte Turnusse einbaut. Mit der Ausrede, dass Fahrer fehlen, wird dies nicht ausreichend gemacht. Für die Betriebsleitung ist dies sicher ein Geschäft. Dies darf aber nicht sein, denn zum einen steht dies in Widerspruch zum Kollektivvertrag, zum anderen werden alle Busfahrer so gezwungen, Überstunden zu machen und dies obwohl Überstunden im Transportsektor eigentlich nur auf freiwilliger Basis gemacht werden sollten“, so die Generalsekretärin abschließend.

stol

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