Vielen SBB-Funktionären gehen die Einschränkungen in der Landesraumordnung und beim Landschaftsschutz zu weit. „Wir sind uns unserer Verantwortung für die Kulturlandschaft und den Landschaftsschutz bewusst. Es muss aber allen klar sein, dass unsere Bauern Wiesen und Almen nur dann flächendeckend bewirtschaften können, wenn wir sie auch arbeiten lassen. Immer neue Auflagen erschweren die tägliche Arbeit unnötig“, stellte SBB-Landesobmann Leo Tiefenthaler bei der Klausurtagung am Samstag klar. Das gelte auch für das sogenannte Galasso-Gesetz, das den Landschaftsschutz auf über 1600 Meter Meereshöhe deutlich verschärft. „Wie sollen wir unseren Mitgliedern erklären, dass viele Eingriffe nicht oder nur unter strengsten Auflagen möglich sind, weil ihr Hof und ihre Wiesen auf über 1600 Metern liegen“, ärgerte sich Tiefenthaler. Bereits mehrmals habe der SBB diese „unsinnige Auflage“ kritisiert. Eine wichtige Maßnahme im Kampf gegen die Bürokratie seien die Bagatelleingriffe. Tiefenthaler hofft, dass die von der Landesregierung bereits beschlossene Ausweitung der Bagatelleingriffe baldmöglichst in Kraft tritt. „Hier gibt es derzeit zu wenig Bewegung“, kritisierte auch Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner. Ziel müsse sein, für ein Projekt nur mehr eine Genehmigung zu benötigen. Kritisch sieht der Südtiroler Bauernbund die Vertragsurbanistik. „Wenn Gemeinden dieses Instrument zum Nachteil der Grundeigentümer anwenden, werden wir uns zur Wehr setzen“, warnt Tiefenthaler. „Berglandwirtschaft absichern“Ein Schwerpunkt des Südtiroler Bauernbundes wird auch 2010 die Berglandwirtschaft bleiben. „Sie abzusichern, wird unsere größte Herausforderung. In den nächsten Monaten werden die Weichen für die EU-Finanzierung der Landwirtschaft nach 2013 gelegt. Wir werden zusammen mit den Bauernbünden in den Bergregionen ordentlich Druck in Brüssel machen, damit die Berglandwirtschaft angemessen berücksichtigt wird“, versprach Tiefenthaler. Bereits im März wird es ein Treffen mit dem Vorsitzenden des EU-Landwirtschaftsausschusses Paolo de Castro in Brüssel geben. Verbessert werden soll die Interessensvertretung des Landes auf nationaler und europäischer Ebene. „In Rom und Brüssel muss Südtirol stärker präsent sein und seine Anliegen vor Ort präsentieren“, forderte EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann. Nachverhandeln will der Südtiroler Bauernbund beim Landeshaushalt. Denn: In der derzeitigen Situation könne die heimische Landwirtschaft nicht auf zehn Millionen Euro verzichten.Gewässernutzung und Wildschadensregelung Ein weiteres Anliegen der SBB-Funktionäre ist die Gewässernutzung. Einige Verbesserungen habe der SBB bereits erreicht, mit anderen Anliegen ist er bisher auf wenig Gehör gestoßen, erklärte Tiefenthaler. „Wenn es uns noch gelingt, die für die Landwirtschaft reservierte Wassermenge auch für schon bestehenden Konzessionen vorzusehen, können wir mit dem Gewässernutzungsplan durchaus zufrieden sein“, so der SBB-Obmann. Und nicht zuletzt solle die Landwirtschaft in den von den Konzessionären der großen Wasserableitungen vorgelegten Umweltmaßnahmen berücksichtigt werden. „Die Landwirtschaft bekommt die Großwasserableitungen besonders zu spüren. Da ist es richtig, dass die Stromwirtschaft Investitionen in der Landwirtschaft mitfinanziert. Das kann beim Wegebau sein, der Instandhaltung von Wegen, beim Bau von Speicherbecken oder der Einzahlung in den Fonds für Unwetterschäden“, schlug Direktor Rinner vor.