Donnerstag, 09. Dezember 2021

Scharfe Kritik – aber auch Zuversicht: Was bringt die Wintersaison?

Südtirol läuft Gefahr, wieder als orange Zone eingestuft zu werden. Dennoch zeigt man sich im Tourismus für die nächsten Wochen halbwegs optimistisch. HGV-Präsident Manfred Pinzger betont aber auch: „Fehler seitens der Politik und voreilige Entscheidungen kosteten Millionen“.

Südtirol hofft auf eine stabile Wintersaison.
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Südtirol hofft auf eine stabile Wintersaison. - Foto: © shutterstock
„Die Einstufung vieler Gemeinden als Rote Zonen hätte nicht sein müssen. Mit so einer Kommunikation muss man vorsichtiger sein. Eine Stornierungswelle brach deshalb über uns herein“, findet Manfred Pinzger im Gespräch mit STOL klare Worte. Vor allem die Bezeichnung als „rot“ stieß dem HGV-Chef dabei sauer auf. Man müsse „schon genauer überlegen, was man nach außen gibt“.

Insbesondere in der italienischen Presse habe dies falsche Eindrücke erweckt. „Es hagelte Absagen von italienischen Gästen, auch in nicht betroffenen Gemeinden“, so Pinzer. Dies habe Dutzende Millionen Euro an Umsätzen gekostet und damit schlussendlich auch „sehr viele Steuereinnahmen“.

Und dennoch strahlt Pinzger Zuversicht für die kommenden Wochen und Monate aus. Man laufe zwar Gefahr von Italien wieder als orange Zone eingestuft zu werden, aber: „Dank politischer Interventionen ist es gelungen, dass auch bei einer solchen Einstufung, Restaurants, Bars, Hotels und Aufstiegsanlagen geöffnet bleiben dürfen“, findet der HGV-Präsident hier wiederum lobende Worte für die politischen Akteure.



Pinzger betont aber auch: „Weitere Schließungen im Winter würden für viele Familienbetriebe das Aus bedeuten“. Vor allem weil es im Vergleich zu den Mitbewerbern jenseits der Brennergrenze in Südtirol weniger Unterstützungsmaßnahmen gebe.

Für die Weihnachtsferien sei die Buchungslage sowohl vonseiten der italienischen Gäste als auch was die Deutschen betreffe, noch recht stabil. „Aber weit entfernt von ausgebucht“, sagt Pinzger. Die hohe Impfquote bei den Italienern, die in Südtirol insgesamt die stärkste Gästegruppe darstellen, sei ein positives Signal. Auch eine Schließung der Regionen-Grenzen sei in Italien Stand jetzt ausgeschlossen.

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