Donnerstag, 25. Juli 2019

Scharfe Kritik an Online-Retoursendungen

Der hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol übt scharfe Kritik an den Retoursendungen im Onlinehandel.

Onlineshopping boomt.
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Onlineshopping boomt. - Foto: © shutterstock

Verschiedene Studien haben ergeben, dass im Schnitt fast jeder fünfte Modeartikel im Onlinehandel von den Kunden zurückgeschickt wird. Und jeder Zweite bestellt mehrere Größen mit dem Vorsatz, nicht passende Ware auszumustern.

Für den hds – Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol geben diese Ergebnisse zu denken und fordern zum Handeln auf. „Diese Studien belegen im Grunde nur das, was wir bereits täglich mit bloßem Auge sehen, wenn wir uns innerhalb unserer Orte und Zentren bewegen: unzählige Lieferwägen beherrschen von früh bis abends den Verkehr und prägen somit das Ortsbild“, beschreibt hds-Präsident Philipp Moser die Lage.

Für viele Käufer vor allem in der Bekleidungs- und Schuhbranche ist das Zurückschicken von online erworbenen Waren mittlerweile zur Normalität geworden. „Lieferwägen verstopfen unsere Straßen, sorgen für sinnlosen Verkehr und Paketboten stöhnen noch dazu wegen schlechter Arbeitsbedingungen. „Ein Umdenken und ein Einwirken im Konsumverhalten sind dringend notwendig – mit dem Ziel, die Kunden für ein bewussteres Einkaufen zu animieren“, betont Moser.

Umweltbeitrag gefordert 

Das kann nur dadurch erreicht werden, wenn der Kunde auch für einen Teil der Kosten für seine retournierte Ware aufkommt. „Eine Art Umweltbeitrag, den der Händler letztendlich der öffentlichen Hand entrichten muss und die er vom Kunden pro Retoure verlangt“, so der Vorschlag des hds. „Wir werden dieses Thema bei zuständigen Institutionen und Verbänden – auch über unseren gesamtstaatlichen Dachverband Confcommercio – vorbringen, vorantreiben und entsprechend Verbündete suchen. Uns ist bewusst, dass wir das Problem nicht lokal lösen können und es eine länderübergreifende Lösung braucht. Aber es braucht immer jemanden, der den Stein zum Rollen bringt“, zeigt sich der hds-Präsident überzeugt.

Retouren sind übrigens nicht nur aus umweltpolitischen Gründen problematisch, sondern sind auch für Onlinehändler teuer und aufwendig. Zehn Euro Kosten entstehen im Durchschnitt pro zurückgesendeten Artikel – für Sichtung, Prüfung und Qualitätskontrolle der Retoure oder sogar die Müllentsorgung, denn ein nicht unerheblicher Teil der zurückgesendeten Ware wird vernichtet.

stol

stol