Somit wird die Finanzierung der beiden Länder am Kapitalmarkt immer teurer. Staatspapiere mit zehnjähriger Restlaufzeit werden derzeit mit über 6 Prozent verzinst, wobei die Renditen für italienische Staatsanleihen in den letzten Stunden erstmals jene für spanische überholt haben.Am Freitagnachmittag lagen die Zinsen für Italien-Bonds bei 6,17 Prozent, für spanische Staatsanleihen wurden 6,03 Prozent verlangt. Die Bonität Italiens wird von den Märkten also derzeit tendenziell schlechter beurteilt als jene von Spanien.Angesichts der geringen Wachstumsraten in den beiden hochverschuldeten Ländern, dürfte der Schuldenstand weiter steigen.In Italien betragen die Staatsschulden 1.843 Mrd. Euro, das sind 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Spanien ist mit 639 Mrd. Euro bzw. 68 Prozent des BIP geringer verschuldet.Für Investoren ist es schwer kalkulierbar, wann die beiden Länder ihre budgetären Probleme wieder in den Griff bekommen werden. Eine Rede von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi stieß am Donnerstag nur auf verhaltenes bis negatives Echo.Der Mailänder Aktienindex fiel am Donnerstagabend sogar auf ein 28-Monats-Tief. Spanien schaffte dagegen trotz der jüngsten Finanzmarkt-Verwerfungen eine vergleichsweise erfolgreiche Anleihenauktion – allerdings zu den höchsten Preisen seit drei Jahren.Sollten die dritt- und viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone nun ebenfalls unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen müssen, hätte dies unabsehbare Folgen.Von allen Seiten werden deshalb konkrete Maßnahmen gefordert, um die Gefahr des Überspringens der Schuldenkrise auf weitere Euroländer einzudämmen.EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso erwägt deshalb bereits eine Aufstockung des aktuellen Euro-Rettungsschirms. Gefordert wird auch eine stärker zentralisierte Wirtschaftspolitik. Die Europäische Zentralbank (EZB) kauft auch wieder Staatsanleihen von Krisenländern.Der EU-Spitze und der EZB war daraufhin vorgeworfen worden, mit ihren jüngsten Aussagen zur Krise noch Öl ins Feuer zu gießen.Beide Länder würden keine Not-Kreditprogramme benötigen, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn Rehn am Freitag. Spanien und Italien seien auf Kurs. Die Risikoaufschläge am Anleihemarkt seien durch die Fundamentaldaten nicht gerechtfertigt. Die Schuldenkrise sei nicht nur ein europäisches Problem, sondern habe eine weltweite Dimension, betonte Rehn. Es müsse daher eine globale Lösung gefunden werden.