Seit genau einer Woche läuft der Winterschlussverkauf in den meisten Südtiroler Gemeinden. Die Zwischenbilanz ist ernüchternd: Ganze 76 Prozent der Geschäftsbetreiber sagen, dass der Schlussverkauf schlechter laufe, als im vergangenen Jahr. Nun fehlt vielen Kaufleuten das Geld, um die Frühjahrs- und Herbstmode einzukaufen. <BR /><BR /><BR /><BR /><i>Von Arnold Sorg</i><BR /><BR /><BR /><BR />Es sind die Zahlen einer hds-internen Umfrage unter den Geschäftsbetreibern, die zeigen, dass die Situation alles andere als rosig ist. So antworteten ganze 76 Prozent der Kaufleute auf die Frage „Wie beurteilen Sie den Start des Schlussverkaufs im Vergleich zum letzten Jahr?“ mit „schlechter“. 19 Prozent der Befragten sagen, das Geschäft laufe gleich gut wie im Vorjahr und 5 Prozent sagen, es laufe besser. <BR /><BR /><BR />Aufgeschlüsselt nach Bezirken sind es vor allem die Kaufleute im Pustertal und im Eisacktal, die mit überwältigender Mehrheit sagen, dass der Winterschlussverkauf schlechter laufe als im Vorjahr (siehe untenstehende Grafik). Die diesbezüglich besten Werte kommen aus dem Vinschgau und Bozen-Stadt, wo „nur“ 54 Prozent der Befragten sagen, dass der Geschäftsgang schlechter sei als 2020. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="607388_image" /></div> <BR /><BR />Wenn man sich die einzelnen Branchen anschaut, dann sind die Optiker der traurige Spitzenreiter im Ranking: Ganze 100 Prozent der befragten Optiker sagen, dass der Umsatz beim Winterschlussverkauf schlechter sei als 2020, gefolgt von der Sportartikelbranche (82 Prozent) und dem Bekleidungssektor (79 Prozent). <BR /><BR /><BR />Warum dieser gewaltige Rückgang beim diesjährigen Winterschlussverkauf? „Die Antwort ist ganz einfach“, sagt der Präsident des Handels- und Dienstleistungsverbandes (hds), Philipp Moser: „Es fehlen die Touristen.“ Aber auch die Einheimischen würden etwas weniger ausgeben und schieben etwaige Einkäufe auf – einerseits weil sie weniger Geld zur Verfügung hätten, aber auch weil sie in ihrem Alltag weniger brauchten, da viele Südtiroler im Homeoffice arbeiten. <BR /><BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-47596377_quote" /><BR /><BR /><BR /><BR />Schlimm, so Moser, sei, dass die Ware, die man bereits in der Vor-Corona-Zeit eingekauft habe, zum großen Teil weiterhin im Lager bleibe. Einige Produzenten hätten daher schon angekündigt, dass sie für 2021/22 keine neue Winterkollektion herstellen werden. <BR /><BR /><BR />Schlimm sei der Umsatzrückgang vor allem auch, was die Bestellung der neuen Ware anbelangt: „Jetzt ist die Zeit, in der die Herbstware bestellt und in der die Frühjahrsware geliefert wird“, so Moser. Das Problem: „Vielen Kaufleuten fehlt mittlerweile schlichtweg die nötige Liquidität für diese Lieferungen und Bestellungen“, so der hds-Präsident. <BR /><BR /><BR />Am 13. Februar beginnt der Winterschlussverkauf in einigen Tourismusgemeinden des Landes. „Wenn es bis dahin keine Reisebeschränkungen zwischen den italienischen Regionen gibt und die Skigebiete öffnen dürfen, dann wäre das ideal“, so Moser. Das Problem: „Es sind viele Unsicherheiten, man weiß nicht, wie sich die Situation bis dahin entwickelt.“ <BR /><BR /><BR />