Dienstag, 22. Januar 2019

Schmuckhersteller Pierre Lang erneut insolvent

Der Wiener Schmuckhersteller Pierre Lang ist zahlungsunfähig. Zwei Kerngesellschaften der Gruppe haben ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt, teilten AKV und KSV1870 am Dienstag mit. Die 1984 geschaffene Marke ist auch in Deutschland, Schweiz, Italien, England, Luxemburg, Frankreich, Polen und Tschechien vertreten.

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Auslöser seien Umsatzeinbrüche in den üblicherweise starken Monaten Oktober und November 2018 gewesen. Vorerst wird das Unternehmen weitergeführt und an einer Sanierung gearbeitet. Den Gläubigern wird die gesetzliche Mindestquote von 20 Prozent geboten, die im Laufe von zwei Jahren ausbezahlt werden sollen. Es bestehe auch noch die Hoffnung, dass ein Investor einsteigt.

Konkret wurde über die Pierre Lang Europa Handelsgesellschaft und deren Gesellschafter, die Hans Andersen Ges.m.b.H., Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Die Marke Pierre Lang wurde von der Wiener Familie Andersen 1984 aus der Taufe gehoben. Die Gruppe zählt zu den größeren Modeschmuckherstellern Europas, wobei der Schmuck im Direktvertrieb an europäische Endverbraucher verkauft wird. In der Hans Andersen Ges.m.b.H wird produziert, die „Pierre Lang“ Europa Handelsgesellschaft m.b.H. ist für den Verkauf und das Marketing verantwortlich.

Bereits 2012 war Pierre Lang zahlungsunfähig. Nun sind laut Angaben der insolventen Firmen die beiden Firmen jeweils mit mehreren Mio. Euro überschuldet. Bei der Hans Andersen sind 190 Mitarbeiter, bei der Pierre Lang Handelsgesellschaft 56 Arbeitnehmer betroffen, wobei Löhne und Gehälter noch bis inklusive Dezember bezahlt wurden. In Summe sind über 300 Gläubiger betroffen.

apa

stol