Freitag, 16. September 2016

Schockbildern auf Schachteln: Tabakindustrie unbeeindruckt

Kindersärge und abgefaulte Zehen – seit Mai warnen Schockbilder auf Zigarettenschachteln Raucher vor den Folgen des Qualmens. Die Tabakindustrie lässt das aber kalt.

Die Schockbilder auf den Zigarettenpackungen zeigen bis dato auf dem deutschen Markt kaum Wirkung.
Die Schockbilder auf den Zigarettenpackungen zeigen bis dato auf dem deutschen Markt kaum Wirkung. - Foto: © LaPresse

„Das hat sich bei uns schlichtweg nicht ausgewirkt“, sagt Rainer von Bötticher vom deutschen Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE). Es habe keine Protestwelle von Kunden gegeben.

Zu den Aufdruck verdeckenden Schachtelschiebern oder Etuis hätte bisher nur ein kleiner Teil der Raucher gegriffen. Ab Freitag trifft sich die Branche auf der weltgrößten Tabakindustrie-Messe „Intertabac“ in Dortmund – und hat neue Strategien, um die Bildchen zumindest im Laden verschwinden zu lassen.

Zwar habe es kurzzeitig einen Anstieg beim Verkauf von Zigarettenetuis gegeben, sagt von Bötticher. „Von einem Boom kann man aber nicht sprechen, viele leben auch ohne Etui.“ Beim Online-Kaufhaus Ebay waren Zigarettenetuis nach der Einführung der Schockbilder im Mai kurzzeitig mit unter den Bestsellern.

Beim Online-Versandhandel Amazon rangierte am Donnerstag eine Zigarettenschachtel aus Aluminium unter den 100 meisterverkauften Artikeln – allerdings auf Platz 98.

dpa

stol