Doch der Reihe nach: Bereits im Juni ließ Philipp Achammer den Versuchsballon starten. Bereits mit 14 Jahren sollten Jugendliche im Hinblick auf ihre künftige Schul- und Berufswahl orientierende Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln können. <BR /><BR />Es folgten Gespräche mit Ministerin Calderone. Diese zeigte sich für das Anliegen offen. Zumal es sich um Jugendliche handle, sei es aber ein sensibles Thema. Kurzum: So wirklich weiter ging es nicht.<BR /><BR /><i>Bevor Sie weiterlesen, stimmen Sie ab:</i><BR /><BR /> <div class="embed-box"><div data-pinpoll-id="241511" data-mode="poll"></div></div> <BR /><BR /> <a href="https://tools.pinpoll.com/embed/241511" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Sollte sich die Umfrage nicht automatisch öffnen, klicken Sie hier auf diesen Link.</a><BR /><BR /><BR />Jetzt versucht das Land, die Sache selbst zu regeln. „Sofern es der Staat nicht getan hat, können wir EU-Richtlinien in einigen Bereichen direkt umsetzen“, so Achammer. Mit seinem gestern im Landtag hinterlegten Antrag setze Südtirol die EU-Richtlinie zum Jugendschutz von 1994 selbst um. <BR /><BR />Für Betriebspraktika, auch solche mit leichten Arbeiten, sei laut dieser EU-Richtlinie ein „Mindestalter von 14 Jahren“ einzuhalten. Dies werde nun in die Ordnung der Berufsbildung von 1992 eingefügt. „Natürlich sind die tägliche und wöchentliche Höchstarbeitszeit sowie Ruhezeiten einhalten. Nachtarbeit bleibt untersagt“, stellt Achammer klar.<h3> „Jedes Jahr, in dem wir früher eingreifen können, ist gewonnen“</h3>Für den Eintritt in die Arbeitswelt ab 14 Jahren findet er viele Argumente. Zum einen werde das 9. Pflichtschuljahr von manchen nur „abgesessen“, bis sie eine Lehre aufnehmen können. Zum anderen wäre vielen geholfen, die schon mit 14 Jahren ein Sommerpraktikum absolvieren könnten. Zum dritten werden Jugendliche mit Auffälligkeiten immer jünger. „Jedes Jahr, in dem wir früher eingreifen können, ist gewonnen“, so Achammer.<BR /><BR /> Juridisch sei das Vorhaben eine Gratwanderung. Zumal man den Bereich Zivil- und Arbeitsrecht berühre, sei zu schauen, dass der Staat die Maßnahme nicht anficht. „Autonomie funktioniert aber nur, wenn wir unsere Grenzen auch ausreizen“, meint der SVP-Obmann und Landesrat.<h3> lvh begrüßt Bestrebungen</h3> Der lvh.apa begrüßt die Bestrebungen, Berufspraktika bereits ab 14 Jahren zu ermöglichen. „So haben die jungen Menschen frühzeitig die Chance, Einblicke in die Arbeitswelt zu gewinnen und eine fundierte Entscheidung über ihre zukünftige Berufswahl zu treffen“, betont Vizepräsident Hannes Mussak, der dazu unlängst mit Achammer Gespräche in Rom führte. <BR /><BR />Auch die Junghandwerker im lvh begrüßen den eingeschlagenen Weg. Jugendschutz und Sicherheit der jungen Menschen würden weiter oberste Priorität haben.