<h3> Die rechtlichen Grundlagen</h3>Mit dem Artikel 2483 des Zivilgesetzbuches schuf der Gesetzgeber schon vor geraumer Zeit die Möglichkeit für GmbHs, Schuldverschreibungen herauszugeben, die von einem professionellen Finanzintermediär gezeichnet und anschließend an die Gesellschafter verkauft werden. <h3> Die Vorteile</h3>Diese Operation ermöglicht eine faire Verzinsung, eine saubere Abwicklung und ist zudem steuerlich begünstigt, sowohl für das Unternehmen selbst als auch für die Gesellschafter.<BR /><BR />In normalen Zinsphasen und besonders in Zinshochphasen bietet die Gesellschafterfinanzierung über den Erwerb einer Schuldverschreibung des eigenen Unternehmens eine bemerkenswerte Steuerersparnis. Je höher der finanzierte Betrag und je höher die Zinsen, umso größer ist die steuerliche Erleichterung. Aber nicht nur das, denn diese Vorgangsweise ermöglicht eine strategisch kluge Diversifizierung der Unternehmensfinanzierung. <h3> Das sagt der Experte</h3>Vor allem für GmbHs mit einem klaren Wachstumsplan könne dieses Instrument von Vorteil sein, erklärt Josef Prader, Gründer und CEO der Prader Bank. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1081284_image" /></div> <BR /><b>Herr Prader, die Gesellschafterfinanzierung über Schuldverschreibungen ist nicht unbedingt gängige Praxis. Weshalb raten Sie dazu?</b><BR />Josef Prader: Wir analysieren für Unternehmen ihre Liquiditäts- und Finanzierungsstruktur und suchen nach Optimierungsmöglichkeiten und Lösungen, die das Unternehmen langfristig stärken, im Idealfall in Absprache mit dem jeweiligen Steuerberater. Die Ausgabe von Schuldverschreibungen und die Begleitung von Unternehmen bei einer Emission einer Anleihe gehört seit jeher zu unserem Dienstleistungsangebot. Auch wenn es keine gängige Praxis ist, gibt es mit der Gesellschafterfinanzierung für eine GmbH eine sehr interessante Alternative zum Kredit, sofern die Voraussetzungen passen. Eine Aktiengesellschaft kann alternativ zum Bankkredit eine Anleihe ausgeben. Eine GmbH unterliegt gesetzlich einer anderen Prozedur, die möglich, machbar und auch rentabel ist, aber kaum angeboten wird. Es ist eine ungenutzte Chance.<BR /><BR /><b>Wer kann das Instrument einer Gesellschafterfinanzierung in Anspruch nehmen und unter welchen Bedingungen ist sie vorteilhaft?</b><BR />Prader: Für GmbHs mit einer klaren Wachstumsstrategie ist es sinnvoll, Schuldverschreibungen zu emittieren, vorausgesetzt die Satzung sieht die Emission von Schuldverschreibungen vor. Ist dies nicht der Fall, kann dies durch entsprechende Beschlüsse unbürokratisch gemacht werden. Da die Schuldtitel nicht direkt platziert werden können, benötigen die herausgebenden Unternehmen einen Finanzintermediär, der ein aufsichtsrechtlich kontrollierter „professioneller Investor“ ist. Das ist in der Regel eine Bank. Sie nimmt die Erstzeichnung vor und verkauft die Schuldverschreibungen direkt an die Gesellschafter des Unternehmens weiter. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1081287_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>Können Sie das näher ausführen?</b><BR />Prader: Im Prinzip sind es 3 Schritte, die, professionell begleitet, auch einfach sind. Die GmbH emittiert einen Schuldtitel ex art. 2483 des Zivilgesetzbuchs. Die Bank unterstützt bei der Ausgabe der Schuldpapiere, zeichnet sie und verkauft sie an die Gesellschafter der GmbH weiter. Das Unternehmen erhält die Liquidität durch die Bank, die Gesellschafter begleichen als Nettozahler den Betrag bei der Bank und die Gesellschaft tilgt ihre Schuld bei den Gesellschaftern, deren Engagement durch Zinserträge und die damit verbundenen Steuererleichterungen angemessen honoriert wird. Die anfallenden Kosten beschränken sich auf die professionelle Begleitung durch die Bank und die Kommissionen für die Zurverfügungstellung des Kapitals.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-66870078_listbox" /><BR /><BR /><BR /><b>Das Instrument gilt als steuerlich attraktiv ...</b><BR />Prader: Ja. Der Steuervorteil greift doppelt: Auf der Basis Art. 96 Tuir kann die emittierende Gesellschaft bei der Emission einer Schuldverschreibung den derzeit üblichen IRES-Satz von 24 Prozent als Passivzinsen abschreiben. Die Gesellschafter der GmbH hingegen, die den Erwerb finanzieren und Inhaber der Schuldverschreibungen aus Artikel 2483 sind, unterliegen nach der Auslegung der Steuerbehörde nur mehr einer Quellensteuer in der Höhe von 26 Prozent auf die Aktivzinsen, anstelle des IRPEF-Satzes, der für physische Personen bis zu 43 Prozent zuzüglich weiterer Steuern betragen kann. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1081290_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><b>Wenn die Kreditkonditionen gut sind, wieso sollte eine GmbH dann die Prozedur einer Schuldverschreibung wählen?</b><BR />Prader: Ganz einfach: Von der erheblichen Steuerbegünstigung einmal abgesehen ist die Schuldverschreibung ein Finanzinstrument, das sich wie eine Anleihe verhält und daher ähnliche Vorteile bietet. Es ist als alternative Finanzierungsform immer dann geeignet, wenn das Unternehmen gesund wachsen möchte und die Gesellschafter als natürliche Personen über Liquidität verfügen. <BR /><BR /><b>Welche Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Darlehensform hat eine Schuldverschreibung für eine GmbH?</b><BR />Prader: Die Bedingungen eines Darlehens werden in der Regel von der Bank vorgegeben. Eine Schuldverschreibung ist flexibel. GmbHs haben die Möglichkeit, die Bedingungen wie Laufzeiten, Zinssätze und Rückzahlungsbedingungen individuell zu gestalten. Ein nicht unbedeutender Aspekt ist auch, dass die Gesellschafterfinanzierung die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärkt, denn es verfügt über die notwendige Liquidität, um seine Investitionsziele zu erreichen.