Dienstag, 24. Mai 2016

Schwäbische Kultmarke WMF verkauft

Die französische SEB hat an die 1,7 Milliarden Euro für den Besteck- und Kaffeemaschinenhersteller berappt.

Das schwäbische Traditionsunternehmen WMF wurde an die französische SEB verkauft. - Foto: WMF/gms
Das schwäbische Traditionsunternehmen WMF wurde an die französische SEB verkauft. - Foto: WMF/gms

Im Haushaltsgeräte-Konzern SEB herrscht große Freude über die milliardenschwere Übernahme des bekannten deutschen Unternehmens WMF. Die Aktie der Groupe SEB schnellte an der Pariser Börse nach der Übernahme um elf Prozent nach oben.

Die Franzosen wollen alle Teile von WMF behalten: das traditionsreiche Geschäft mit Töpfen, Pfannen und Speisebesteck ebenso wie die lukrative Kaffeeautomaten-Sparte, stellte Konzernchef Thierry de La Tour d'Artaise klar. Auch an der Produktion wollen die neuen Besitzer nichts ändern: 3.800 der 5.700 WMF-Beschäftigten arbeiten in Deutschland. 

Marke global bewerben

Unternehmensziel ist es, die bisher vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz populäre Marke WMF, zu internationalisieren. Gerade was das Geschäft mit Profi-Kaffeemaschinen für Restaurants und Bäckereien anbelangt, ist WMF schon heute unangefochtener Weltmarktführer, den Löwenanteil des Unternehmensgewinns macht das Kaffee-Geschäft aus.

Auch italienische Investoren waren interessiert

SEB konnte sich gegen weitere ausländische Konkurrenz durchsetzen, darunter auch die italienische DeLonghi. Für den US-Finanzinvestor KKR, der WMF vor vier Jahren gekauft hatte, entpuppte sich der Deal mehr als gewinnbringend. KKR habe seinen Kapitaleinsatz, so hieß es in Finanzkreisen, mehr als verdreifacht.

Der französische SEB-Konzern scheint zurzeit auf Einkaufstour zu sein. Es ist gerade mal eine Woche her, dass die Franzosen den westfälischen Isolierkannen-Hersteller Emsa geschluckt haben.

apa/reuters

stol