Dienstag, 08. September 2015

Schwarzarbeit? „Schadet der gesamten Wirtschaft“

Sich durch nicht gemeldete Tätigkeit etwas dazuzuverdienen gehört auch in Südtirol zur Realität: Schwarzarbeit ist nicht nur im Bereich der Schönheitspflege und bei den Friseuren, sondern mittlerweile in allen Berufssparten anzutreffen.

Nicht selten wird in Südtirol schwarz gearbeitet.
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Nicht selten wird in Südtirol schwarz gearbeitet. - Foto: © shutterstock

„Ein ehrlicher Handwerksbetrieb schafft Arbeitsplätze und Lehrstellen, er kurbelt die Wirtschaft an und stärkt das nötige Vertrauen zwischen Unternehmen und Kunden“, betont Gert Lanz, Präsident im Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister lvh.

Nicht jeder Betrieb in Südtirol scheint sich dieser Tatsache allerdings bewusst zu sein: „Leider gibt es auch bei uns Schwarzarbeit, die oft verharmlost wird und als Kavaliersdelikt gilt. Manche zeigen sogar Verständnis für diejenigen, die ihr Einkommen durch einen nicht gemeldeten Nebenerwerb aufbessern. Sie bedenken aber nicht, dass sie dadurch der gesamten Wirtschaft schaden.“

Nach wie vor ist insbesondere der Bereich der Schönheitspflege und der Friseurbetriebe von diesem Phänomen betroffen. „Mittlerweile ist Schwarzarbeit aber in allen Berufssparten ein Thema“, bedauert Lanz.

Unlautere Konkurrenz

Da der Schwarzarbeiter seine Dienstleistung zum Nettopreis anbietet, entrichtet er keine Steuern und stellt sich in unlautere Konkurrenz zu einem angemeldeten Gewerbe, das Mehrwertsteuer und andere Abgaben leisten muss.

Nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich ist Schwarzarbeit belangbar: Laut Südtiroler Handwerksordnung droht demjenigen, der ein Handwerk ausübt, ohne im Handelsregister eingetragen zu sein, eine verwaltungsrechtliche Geldbuße zwischen 2500 und 15.000 Euro.

Illegale Tätigkeit

 

Wenn der Schwarzarbeiter bei den zuständigen Behörden angibt, kein Einkommen zu beziehen und daraufhin eine soziale Unterstützung erhält, kann aufgrund des nicht deklarierten Einkommens aus der illegalen Tätigkeit auch ein Leistungsbetrug vorliegen, der ebenfalls sanktioniert werden kann.

stol

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