Bereits im Dezember hatte die Zürcher Kantonalbank Kunden aufgefordert, Selbstanzeigen zu erwägen. Die Bank Vontobel erklärte, sie begleite die Kunden aktiv auf dem Weg in die Steuerehrlichkeit. Die Bank Julius Bär fordert die Kunden auf, ihre Steuerangelegenheiten in Ordnung zu bringen.Auch die Schweizer Regierung macht Druck. Seit Ende Februar liegt ein Gesetzentwurf vor, der die Annahme von neuem Schwarzgeld verbietet. „Wir wollen kein Schwarzgeld in der Schweiz“, erklärte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf.Er sei „zuversichtlich, dass wir die betroffenen Kunden überzeugen können, ihre Situation mit dem deutschen Fiskus zu regeln“, sagte UBS-Chef und Ex-Bundesbankpräsident Weber. „Aktuelle Zahlen zeigen, dass viele Kunden ihre Steuerverhältnisse in Ordnung bringen oder schon gebracht haben“, sagte Weber.Druck auf Kunden Dabei macht die Bank Weber zufolge auch Druck auf die Kunden. Die UBS stelle Kontoinhabern, die sich der Legalisierung ihres Vermögens widersetzten, ein Ende der Geschäftsbeziehung in Aussicht.Die Großbank Credit Suisse versendet laut „Wirtschaftswoche“ derzeit Formulare an ihre deutschen Kunden. „Der Kunde erklärt hiermit, dass er an Stelle des Steuerrückbehalts das Meldeverfahren wählt“, zitierte das Magazin aus den Schreiben.Konkret sollten die Kontoinhaber die Bank ermächtigen, Informationen über gezahlte Zinsen „unter Angabe aller zusätzlich verlangten, relevanten Informationen, insbesondere Name, Adresse, Nationalität, betroffene Geschäftsbeziehungen (inkl. Konto- und Depot-Nummern)“ an die zuständige deutsche Steuerbehörde zu leiten.Deutsche Bank will keine Toleranz zeigenAuch die Deutsche Bank will keine Toleranz gegenüber Steuerhinterziehung zeigen. Dies sei „ein kriminelles Delikt“, sagte der Co-Chef der Bank, Jürgen Fitschen, dem Deutschlandfunk. „Es gehört sich nicht, es ist nicht akzeptabel.“Die Deutsche Bank habe „null Toleranz“. Das wüssten auch alle Mitarbeiter, die in diesen Bereichen tätig seien. Zur Prüfung der Offshore-Geschäfte deutscher Banken durch die Finanzaufsicht BaFin gab sich Fitschen gelassen: „Wir haben nichts zu verbergen.“Die Deutsche Bank fordere von Kunden, die im Ausland Vermögen betreuen lassen wollen, in Zweifelsfällen Nachweise über die Versteuerung des Geldes, sagte Fitschen dem Sender weiter.„Sobald es auch nur den geringsten Hinweis gibt, dass ein Kunde – durchaus legitim – Vermögen von unserem Haus im Ausland verwalten lassen möchte, dass wir aber Hinweise haben, dass es sich hier möglicherweise um nicht versteuerte Gelder handelt, dann sprechen wir den Kunden darauf an.“ Es werde dann Wert auf den Nachweis gelegt, dass es sich um versteuertes Geld handele.Die Diskussion hatte in der vergangenen Woche wegen der Steueraffäre des Bayern-München-Präsidenten Uli Hoeneß Fahrt aufgenommen. Zielscheibe der Kritik sind vor allem Schweizer Banken. Konten mit Schwarzgeld aus Deutschland oder unversteuerte Zinserträge deutscher Anleger sorgen seit Jahren für Streit zwischen der Schweiz, die ihre Banken schützen will, und Deutschland, wo dem Fiskus Geld entgeht.Steuerabkommen gescheitert Das von der deutschen Bundesregierung mit der Schweiz ausgehandelte Steuerabkommen war nach monatelangem Ringen am Widerstand von Rot-Grün im Bundesrat gescheitert. Es hatte unter anderem vorgesehen, dass auf Zinseinnahmen deutscher Bankkunden in der Schweiz automatisch ein Abschlag nach Deutschland abgeführt wird.Gekippt wurde das Abkommen, weil damit die Steuersünder in der Anonymität geblieben und straffrei davongekommen wären. Österreich hat hingegen ein derartiges Abkommen mit der Schweiz abgeschlossen.apa/reuters