„Wir sind über jüngsten öffentlichen Äußerungen von ranghohen europäischen Vertretern besorgt, dass der Posten des geschäftsführenden Direktors mit einem Europäer besetzt werden sollte“, schrieben die IWF-Vertreter aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika in einer gemeinsamen Erklärung, die am Dienstag (Ortszeit) in Washington veröffentlicht wurde. Diese Position sei „veraltet“.Die Finanzkrise in den USA und in Europa habe gezeigt, dass Institutionen wie der IWF reformiert werden müssen, um der „wachsenden Rolle der Entwicklungsländer in der Weltwirtschaft“ Rechnung zu tragen. „Dazu ist es erforderlich, die veraltete ungeschriebene Konvention abzuschaffen, dass der IWF-Chef unbedingt aus Europa kommen muss“, erklärten die Vertreter der sogenannten BRICS-Gruppe, deren Name sich aus den Anfangsbuchstaben der Schwellenländer zusammensetzt.Nach dem Rücktritt des bisherigen IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn wegen der gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe hat der Währungsfonds am Montag das Bewerberverfahren formell eröffnet. Bisher gab noch kein Kandidat seine Bewerbung bekannt. Als Favoritin gilt die französische Finanzministerin Christine Lagarde. Allerdings wollen auch aufstrebende Schwellenländer einen Kandidaten ins Rennen schicken.apa/afp