Dienstag, 27. Oktober 2015

SEL: Dort aussteigen, um hierzulande einzusteigen

Früher als geplant wird die Landesenergiegesellschaft SEL beim italienischen Energieunternehmen Edipower aussteigen. Darüberhinaus sollen die Verhandlungen mit der Edison weitergeführt werden, um deren Anteilen an neun Südtiroler Großkraftwerken in Landeshand zu bringen.

Wichtige strategische Ressource: Die Landesregierung unterstützt die Fortführung der Verhandlungen der SEL AG über die Übernahme der Edison-Anteile an den Südtiroler Wasserkraftwerken.
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Wichtige strategische Ressource: Die Landesregierung unterstützt die Fortführung der Verhandlungen der SEL AG über die Übernahme der Edison-Anteile an den Südtiroler Wasserkraftwerken. - Foto: © LPA

Im Rahmen der Landesregierungssitzung am Dienstag war auch der Ausstieg der SEL AG aus dem italienischen Energieunternehmen Edipower ein Thema. "Die SEL steigt aus einem nationalen Energieunternehmen, an dem sie eine kleine Minderheitenbeteiligung hatte, aus", erklärte Landeshauptmann Arno Kompatscher im Anschluss an die Sitzung der Landesregierung.

"Wir freuen uns, dass dieser Austritt früher als geplant gelungen ist."

Mit der Fusionsvereinbarung hatten alle Parteien festgelegt, dass die SEL innerhalb 2017 die Austrittsoptionen aus Edipower wahrnehmen sollte.

Beteiligung an Kraftwerken mit fossiler Energieproduktion abgeben

Zufrieden zeigt sich auch der zuständige Energielandesrat Richard Theiner: "Mit dieser Operation geben wir eine Beteiligung an Kraftwerken mit fossiler Energieproduktion ab und gewinnen dafür Kraftwerke, die auf erneuerbare Energien setzen. Damit markiert die SEL einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Umsetzung der KlimaLand-Strategie."

Die Operation habe sowohl evidente ökologische, als auch ökonomische Vorteile.

Neun Großkraftwerke zu 100 Prozent übernehmen

Diese Situation stellt zudem die Voraussetzung dar, die laufenden Verhandlungen der SEL mit Edison über die Übernahme der Edison-Anteile in den Gesellschaften Hydros GmbH und Seledison AG erfolgreich weiterzuführen. Als Mehrheitsaktionär der SEL AG unterstützt das Land die Fortführung dieser Verhandlungen. "Erklärtes Ziel ist es, die neun Großkraftwerke von Seledison und Hydros zu 100 Prozent zu übernehmen", betont Landeshauptmann Kompatscher.

"Sollte dies gelingen, so gelangt ein weiterer wichtiger Teil der Energieproduktion in Südtiroler Hand. Dies ist für unser Land von großer Bedeutung, denn Energie ist eine der wichtigsten strategischen Ressourcen überhaupt", unterstreicht Landesrat Theiner.

Dadurch werde die Voraussetzung für die Sicherung einer autonomen Energieversorgung in Südtirol geschaffen.   

stol/lpa

stol