Montag, 08. Januar 2018

SGB/CISL: „Arbeit reicht oft nicht aus, um über Runden zu kommen“

Die Gewerkschaft SGB/CISL hat amMontag ihre Pressekonferenz zum Jahresbeginn abgehalten und ihre Schwerpunkte für 2018 vorgestellt.

Der SGB/CISL hat seine Ziele für 2018 vorgestellt.
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Der SGB/CISL hat seine Ziele für 2018 vorgestellt.

Die Zahlen zur Beschäftigungslage in Südtirol seien zwar positiv, ein Arbeitsverhältnis zu haben reiche heute aber oft nicht aus, um gut über die Runden zu kommen. Deshalb setze der SGBCISL in Südtirol auf die Aushandlung von Zusatzverträgen und auf die wohlfahrtsstaatlichen Zusatzleistungen, um höhere Löhne, eine bessere Umverteilung der Ressourcen und schlussendlich mehr soziale Gerechtigkeit zu erreichen. 

Die Schwerpunkte des neuen Arbeitsjahres hat das Landessekretariat des SGBCISL am Montag bei der traditionellen Pressekonferenz zu Jahresbeginn vorgestellt.

Landeszusatzverträge im Fokus

Ein wichtiges Thema für den SGBCISL ist demnach die Qualität der Arbeit. „Über Landeszusatzverträge können höhere Löhne verhandelt werden, um die steigenden Lebenshaltungskosten auffangen“, betonte Generalsekretär Dieter Mayr.

Das Land müsse die IRAP-Senkungen für Betriebe an den Abschluss von Zusatzverträgen knüpfen. „Um Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt besser zu verbinden, ist bei der Arbeitsvermittlung anzusetzen. Ein wichtiger Faktor ist in diesem Zusammenhang auch die Aus- und Weiterbildung, so Mayr. Zudem müssten in der Raumordnung sozialere Schwerpunkte gesetzt werden. 

Generalsekretär Michele Buonerba verwies auf den Einsatz des SGBCISL für den Ausbau der territorialen Zusatzleistungen, die ausgebaut und gestärkt werden müssten, etwa im Bereich der ergänzenden Gesundheitsfürsorge. Was den sozialen Schutz der Arbeitnehmer angeht, die von Auftragsvergaben betroffen sind, muss im Zuge der Ausarbeitung der Leitlinien zum Landesvergabegesetz noch sichergestellt werden, dass der zutreffendste Kollektivvertrag angewandt wird und der Preis nicht zum Nachteil der Beschäftigten gedrückt wird.

Ein Hauptziel: Bezahlbares Wohnen 

Ein Hauptziel der Gewerkschaft ist bezahlbarer Wohnraum für alle. Dabei muss nicht nur der Kauf der Erstwohnung erschwinglich sein, auch die Mietpreise müssen vor allem für einkommensschwächere Bevölkerungsschichten (z.B. Großfamilien, Einwanderer, Jugendliche) erschwinglicher werden. Dies auch in Anbetracht der steigenden Anforderung an die Arbeitnehmer, wegen des Arbeitsplatzes räumlich mobil zu sein.

Auch im Bereich des sozialen Wohnbaus sind neue Visionen und neue Lösungen anzudenken, etwa was die Zuweisung der Wohnungen oder die Einrichtung eines Solidaritätsfonds im Falle von unverschuldeter Zahlungsunfähigkeit anbelangt.

SBGCISL ist „relativ junge Gewerkschaft“

Donatella Califano richtete das Augenmerk auf die Notwendigkeit, konkrete Probleme im Gesundheitswesen wie etwa die Wartelisten anzugehen und das leistbare Wohnen auch für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen voranzubringen. Sie verwies zudem auf den Einsatz der Jugendgruppe und der Frauengruppe im SGBCISL. 

Schließlich stellte Anton von Hartungen einige Zahlen zu den erbrachten Dienstleistungen und zum Mitgliederstand des Jahre 2017 vor. So konnte der SGBCISL im wieder einen Mitgliederzuwachs verzeichnen. Der SGBCISL zählte im abgelaufenen Jahr 49.529 Mitglieder, ein Plus von 0,26 Prozent im Vergleich zu 2016. „Erfreulich ist auch, dass wir eine relativ junge Gewerkschaft sind. Über 70 Prozent der Mitglieder sind erwerbstätig, immerhin 18 Prozent der Mitglieder sind jünger als 35. Schließlich bestätigt sich auch, dass der SGBCISL mit seinen vielfältigen Dienstleistungen als Anlaufstelle für die Bevölkerung ein wichtiger Bezugspunkt für Beratung und Betreuung sind.“ 

Wichtige Ereignisse im Jahr 2018 für den SGBCISL sind das 70. Gründungsjubiläum im Oktober und die anstehenden Landtagswahlen im Herbst. Der SGBCISL wird dann über die abgelaufene Legislaturperiode Bilanz ziehen und wieder alle wahlwerbenden Listen zu Treffen einladen, um die gewerkschaftlichen Vorschläge und Forderungen vorzustellen und sie auf die politische Agenda zu bringen.

stol

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stol