Als Treiber gelten die automatisierte Werbesuite „Advantage+“ und die Expansion auf Whatsapp und Threads. Gemeinsam mit dem E-Commerce-Riesen Amazon vereinen die drei Konzerne 62,3 Prozent der weltweiten digitalen Werbeausgaben auf sich.<BR /><BR />Neu: Werbung in ChatGPT<BR /><BR />Vom Werbekuchen einiges abbekommen möchte unbedingt auch OpenAI. Das führende KI-Forschungsunternehmen hat mit Werbung in ChatGPT in den sechs Wochen nach Start des US-Pilotprojekts eine theoretische, hochgerechnete Jahresumsatzrate von über 100 Millionen Dollar (rund 85,4 Millionen Euro) erreicht.<BR /><BR />Bislang sieht weniger als ein Fünftel der täglichen Gratisnutzer überhaupt Anzeigen, obwohl 85 Prozent dafür freigeschaltet werden könnten. Über 600 Werbekunden, darunter auffällig viele KMU, buchten bereits Platzierungen unterhalb der KI-generierten Antworten. In diesen Wochen soll eine Self-Service-Plattform folgen. Erste Auslandsmärkte sind Australien, Kanada und Neuseeland - Europa allerdings nicht. <BR /><BR />Gen Z mit schlechtem Gewissen<BR /><BR />Empfänger dieser Werbebotschaften ist vor allem die Generation Z. Diese nutzt KI zwar intensiv, doch mit wachsendem Unbehagen. Laut einer aktuellen Umfrage eines deutschen Onlinemagazins benutzen 74 Prozent Chatbots jeden Monat als Arbeits- und Recherchewerkzeug, aber nicht als „digitalen Kumpel“.<BR /><BR />Gleichzeitig aber fürchten 79 Prozent, KI mache sie bequemer, 62 Prozent sorgten sich um ihre Intelligenz und 68 Prozent befürchteten, so eigene kognitive Fähigkeiten zu verlernen. Eine Minderheit der Befragten sieht auch das Potenzial der KI, um beispielsweise neue Perspektiven zu gewinnen oder komplexe Probleme zu zerlegen.<BR /><BR />Alle in dieselbe Richtung<BR /><BR />Auch folgende Erkenntnis ist weisend: Einzelne KI-Modelle können einzelne Menschen bei Kreativitätsaufgaben übertreffen – als Gruppe produzieren sie aber auffallend gleichförmige Ergebnisse.<BR /><BR />Ein Forschungsteam der Duke University in North Carolina hat 22 Sprachmodelle und über 100 Probanden in drei standardisierten Tests antreten lassen, die abweichendes und verbindendes Denken messen. Die KI-generierten Antworten sind einander deutlich ähnlicher gewesen als die menschlichen. Auch kreativitätsfördernde Prompts hätten daran wenig geändert.<BR /><BR />Die Ursache liegt im gemeinsamen Trainingsmaterial: Wer alle Modelle mit demselben Internet füttert, erntet eben ähnliche Ideen. KI-Modelle denken kreativ, aber alle in dieselbe Richtung.<BR /><BR /><i>Mauro Stoffella, Medien- und Kommunikationsexperte</i>