Mittwoch, 17. Juli 2019

Sicher online kaufen – aber wie?

Viele kaufen mittlerweile online. Das Angebot ist vielfältig, doch hinter verlockend klingenden Angeboten können sich auch Fallstricke und im schlimmsten Fall regelrechte Betrugsversuche verbergen. Wie kann man als Verbraucher wissen, ob ein Onlineshop zuverlässig ist? Mit einigen Tipps der Schlichtungsstelle für Online-Streitfälle „Onlineschlichter.it“ der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) steht einem sicheren Online-Einkauf nichts mehr im Weg.

Beim Online-Kauf gibt es einige Dinge zu beachten, um nicht in die Falle von Betrügern zu tappen.
Badge Local
Beim Online-Kauf gibt es einige Dinge zu beachten, um nicht in die Falle von Betrügern zu tappen. - Foto: © shutterstock

Täglich werden Probleme rund um den Online-Kauf in der Schlichtungsstelle für Online-Streitfälle „Onlineschlichter.it“ gemeldet und bearbeitet. Aus dieser Erfahrung geben die Experten der Verbraucherzentrale Südtirol einige Hinweise, um Online-Betrügern aus den Weg zu gehen.

Von wem kaufe ich gerade?

Die Identität des Online-Händlers sicherzustellen ist das A&O im Online-Einkauf. Auf der Website des Händlers dürfen folgende Informationen nicht fehlen: Bezeichnung, Rechtssitz, Mehrwertsteuernummer, die Kontaktdaten des Kundendiensts sowie die allgemeinen Verkaufs- und Geschäftsbedingungen. Man sollte unter anderem prüfen ob der Händler der gesetzlichen Pflicht zum Verweis auf die ODR-Plattform (online dispute resolution) der Europäischen Kommission nachgekommen ist, und ob er eine Onlineschlichtungsstelle seines Vertrauens benannt hat. Fehlt eine dieser Informationen, bestehen Zweifel an der Zuverlässigkeit des Onlineshops.

Auch wenn man von bekannten Plattformen wie Amazon oder Ebay kauft gilt es, den Händler zu überprüfen: diese Webseiten sind unter anderem sogenannten „Marketplaces“, auf denen auch externe Händler agieren, und man tut gut daran, genau festzustellen, bei wem man eigentlich kauft.

Immer häufiger finden sich auch in den sozialen Netzwerken Werbungen und Angebote für Waren. Als bekanntestes Beispiel zitieren wir Facebook: von Käufen über den Messenger oder über Whatsapp ist abzuraten, da hier die Identität des Händlers nicht überprüft werden kann.

Wenn es zu gut klingt um wahr zu sein, dann ist es das wahrscheinlich nicht

Manchmal stoßen wir beim Surfen auf unglaublich günstige Angebote, die sehr zum Kaufen verlocken. Vorsicht: unschlagbar günstige Preise haben meistens einen Haken. Wenn der Preis im Vergleich zu ähnlichen Angeboten zu niedrig ist, sollte man mit großer Vorsicht zu Werke gehen; einen Überblick über die Preislage erhält man über spezifische Preisvergleichsseiten. Im Zweifelsfall sollte man sich für die zuverlässigen Shops entscheiden.

Auf Rezensionen achten

Im Netz finden sich auf viele Bewertungen über getätigte Käufe, wie z.B. bei Truspilot. Wenn man auch nicht allen Online-Rezensionen zu 100% trauen kann, kann es dennoch nützlich sein, sich die Bewertungen eines Onlineshops durchzusehen – vor allem wenn wir dort zum 1. Mal kaufen. Hat ein Shop zahlreiche schlechte Bewertungen, ist nicht davon auszugehen, dass sie alle erfunden sind, und wir sollten besser woanders kaufen.

Sichere und verfolgbare Zahlungsmittel nutzen

Die sichersten Mittel zur Zahlung im Netz sind Kreditkarten und Dienste wie Paypal. Hier hat man, wenn man wirklich einem Betrug aufgesessen ist, die besten Chancen, wieder an sein Geld zu kommen. Akzeptiert der Händler hingegen ausschließlich Banküberweisungen, ist Vorsicht angeraten. Eine Überweisung scheint auf den ersten Blick zwar sicher, jedoch kann sich hinter den Zielkoordinaten statt eines Bankkontos auch eine aufladbare Kreditkarte verbergen, die von Kriminellen auf den Namen und mit den Daten eines „gephishten“ Nutzers erstellt wurde. Haben wir eine solche Überweisung erst einmal getätigt, wird es de facto unmöglich, das Geld zurückzuholen.

Auch deswegen ist es wichtig, die PC-Software immer aktuell zu halten, und nur offizielle Apps für das Shopping per Smartphone zu verwenden.

Was tun, wenn beim Online-Kauf etwas schief gelaufen ist?

Auch wenn man alle Vorsichtsmaßnahmen ergreift, kann beim Online-Kauf dennoch etwas nicht wie am Schnürchen klappen. Abgesehen von kriminellen Betrugsversuche betreffen die häufigsten Probleme den Transport, die nicht erfolgte Lieferung der Waren sowie verschiedenste Mängel, die nach der Lieferung entdeckt werden.

Eine Möglichkeit, bei solchen Reklamationen Recht zu bekommen, bietet die Verbraucherzentrale mit der Schlichtungsstelle „Onlineschlichter.it“.

Über das Webportal kann man all jene Fälle zur Schlichtung einreichen, die den Online-Kauf von Waren oder Dienstleistungen betreffen. Die Schlichtung kann gänzlich online abgewickelt werden und bringt keine Kosten mit sich. Nachdem der Schlichter den über die Plattform vorgestellten Fall „Onlineschlichter.it“ analysiert hat, wird er versuchen, eine einvernehmliche Lösung mit dem jeweiligen Unternehmen zu finden.

stol

stol