„Googeln“ ist längst zum Synonym für die Internetrecherche geworden und nebenbei seit 2004 im Duden verankert. Der US-Konzern ist die unangefochtene Nummer Eins unter den Suchmaschinen. Umso wichtiger ist es für Unternehmen möglichst oben in den Suchergebnissen zu landen – und dafür investieren sie viel Zeit und vor allem Geld.<BR /><BR />Neben der Suchmaschinenoptimierung (SEO), also der Anpassung einer Webseite an den Google-Algorithmus, setzen viele Betriebe vor allem auf Suchmaschinenwerbung (SEA). Dabei bieten Unternehmen auf bestimmte Suchbegriffe und bezahlen Google für jeden Klick auf ihre bezahlte Anzeige. Das Prinzip gleicht einer digitalen Versteigerung: Wer am meisten bietet, sichert sich den besten Platz. Ein Geschäftsmodell, das dem Konzern enorme Einnahmen beschert: Allein mit Google Search erzielte das Unternehmen im Jahr 2025 rund 224 Milliarden US-Dollar Umsatz.<h3>Sichtbarkeit im Netz – ein unfairer Wettbewerb</h3>Auch in Südtirol ist die digitale Sichtbarkeit inzwischen zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden. „Besonders im Onlinehandel und im Tourismus wird viel Geld ausgegeben, um in der Suche ganz oben zu erscheinen“, betont Philipp Moser, Präsident des Handels- und Dienstleistungsverbandes (hds).<BR /><BR /><embed id="dtext86-75772515_quote" /><BR /><BR />Doch aus Sicht des hds und zahlreicher weiterer Branchenverbände bleibt der faire Wettbewerb dabei auf der Strecke. Der Vorwurf wiegt schwer: Google nutze seine dominante Marktstellung nicht nur, um die Werbepreise künstlich in die Höhe zu treiben, sondern bevorzuge in den Suchergebnissen systematisch eigene Angebote. Hauseigene Dienste – etwa für Preisvergleiche, Hotelsuchen oder Sportergebnisse – thronen oft prominent an der Spitze der Trefferliste. „Für kleine Betriebe ist es so sehr schwer, im Internet sichtbar zu sein“, kritisiert Moser.<h3> Wettbewerbsstrafe gegen US-Gigant</h3>Dass nun die EU gegen diese Praxis vorgeht, stößt beim hds auf breite Zustimmung. Die EU-Kommission verurteilte Google vor Kurzem wegen ebendieser Geschäftspraktiken zu einer Strafe von 890 Millionen Euro. Der Digital Markets Act (DMA) verpflichtet Tech-Giganten wie Google rechtlich dazu, Suchergebnisse nach transparenten, fairen und diskriminierungsfreien Kriterien zu ordnen.<BR /><BR /> „Alle Unternehmen, groß oder klein, müssen im digitalen Markt die gleichen Chancen haben“, fordert Moser. Deshalb sei es wichtig, dass im Netz weder Dienste großer Plattformen noch von Preisvergleichsportalen oder Vermittlern bevorzugt werden, so der hds-Präsident.