Es fließt massiv Geld zurück in die Märkte. Das Edelmetall Gold war gestern mit 2135 Dollar pro Feinunze so teuer wie nie. Europas bedeutendster Handelsplatz, der Dax in Frankfurt, nähert sich dem bisherigen Höchstwert von 16.529 Punkten in großen Schritten und auch die weltweit wichtigste Kryptowährung Bitcoin notiert wieder bei über 40.000 US-Dollar, nach 17.000 US-Dollar vor einem Jahr. Gleichzeitig sinken die Renditen wichtiger Staatsanleihen, die mit den genannten Werten häufig negativ korrelieren. <BR /><BR />Was ist da los? „Man sieht, dass sich die Realwirtschaft zunehmend schwertut. In Europa schrumpfte zuletzt die Wirtschaftsleistung in mehreren Ländern. Gleichzeitig klettert die Arbeitslosenrate nach oben und die Inflation sinkt rascher als von vielen erwartet“, fasst es Malfér zusammen. „Daran knüpfen Anleger die Hoffnung, dass die Zinsen rascher gesenkt werden könnten. Also im Falle der EZB nicht erst in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres, sondern schon in den ersten Monaten.“ <BR /><BR />Die Märkte wetten also auf einen baldigen Kurswechsel der EZB. Und warum beflügelt die Hoffnung auf sinkende Zinsen die Kurse? „Weil billigeres Geld Treibstoff für die Wirtschaft bedeutet. Man muss auch sehen, dass die EZB in den letzten eineinhalb Jahren einen strikten Kurs gefahren hat, die Geldmenge ist drastisch zurückgegangen. Nun erwarten sich viele eine Gegenreaktion.“ Noch dazu seien die Kurs-Gewinn-Verhältnisse vieler Konzerne laut Malfér interessant, was viele Anleger dazu bewegt, von der Seitenlinie wieder aufs Parkett zurückzukehren. „Viele Analysten gehen daher von einem tendenziell positiven Börsenumfeld in den nächsten Monaten aus.“ <h3> „Signa, Pleite mit unabsehbaren Folgen“</h3>Im Szenario nicht berücksichtigt seien die unabsehbaren Folgen des Signa-Debakels. „Wir erinnern uns alle noch an das Platzen der Immobilienblase vor 15 Jahren. Europa könnte mit Signa sein eigenes Lehman bekommen. Niemand kann die Risiken seriös einschätzen. Außer Frage steht, dass ein völliger Niedergang des Immobilien-Imperiums erhebliche Ansteckungseffekte nach sich ziehen würde. Nicht nur einzelne Banken, die direkt mit Signa in Verbindung stehen, würden leiden, sondern das gesamte Finanzsystem in Europa, das wie jedes Finanzsystem, im Grunde relativ geschlossen funktioniert und eng miteinander vernetzt ist. Man darf auch nicht vergessen, dass der Fall Signa auf einen Immobilienmarkt trifft, der europaweit aufgrund der gestiegenen Refinanzierungskosten mit erheblichen Preisabschlägen zu kämpfen hat.“ <BR /><BR /><embed id="dtext86-62447489_quote" /><BR /><BR />Malfér weiter: „Nachdenklich stimmen sollte einmal mehr, dass es wieder der Immobilienbereich sein könnte, von dem potenziell die nächste große Krise ausgehen könnte.“<BR /><BR />