Simón gehörte im Verlauf des Turniers zu den entscheidenden Spielern der spanischen Mannschaft. Mit starken Paraden und sicherem Stellungsspiel trug er wesentlich zum Titelgewinn bei. Für seine Leistungen wurde er mit dem Goldenen Handschuh als bester Torhüter des Turniers ausgezeichnet. Zudem stellte der Spanier einen neuen WM-Rekord für die längste Serie ohne Gegentor auf und übertraf damit die bisherige Bestmarke des Italieners Walter Zenga.<BR /><BR />Für Reusch ist der Erfolg ein weiterer Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Nach eigenen Angaben stand bei einer Fußball-Weltmeisterschaft bereits zum siebten Mal ein Torhüter mit Handschuhen der Marke ganz oben. Auch mehrere andere Schlussmänner, darunter der Brasilianer Alisson, setzten bei der diesjährigen WM auf Produkte aus Bozen. <BR /><BR />„Als Südtiroler Unternehmen macht es uns besonders stolz, Teil dieses Erfolgs zu sein“, sagt Reusch-CEO Erich Weitzmann. Simón mit Reusch-Handschuhen als Weltmeister und mit dem Pokal zu sehen, sei ein Moment, „den wir nie vergessen werden“. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1338465_image" /></div> <BR /><BR />Die Sichtbarkeit sei enorm gewesen: „Das Spiel haben sich 1,4 Milliarden Menschen angeschaut, bei der Siegerehrung waren es noch mehr als eine halbe Milliarde. Und Simón trug die Handschuhe die ganze Zeit über – sogar beim Händeschütteln mit dem US-Präsidenten“, sagt Weitzmann. <BR /><BR />Zwischen den großen Turnieren fällt Simóns mediale Reichweite allerdings geringer aus. Der Torhüter ist digital kaum präsent und spielt derzeit nicht für einen der absoluten europäischen Spitzenklubs. Für Reusch sei das jedoch „kein großes Problem“. „Das akzeptieren wir“, sagt Weitzmann. Simón sei eine lokal verwurzelte, geerdete Persönlichkeit mit klaren, nicht verhandelbaren Werten – und passe gerade deshalb zur Philosophie des Unternehmens.<BR /><BR />Ein interessantes Detail am Rande: Ende des Monats läuft der Vertrag mit Simón aus. „Wir wollen verlängern, der neue Sponsoringvertrag liegt unterschriftsreif vor.“ Und wie sieht es mit der Prämie für den WM-Titel aus? „Die schütten wir aus – und zwar sehr gerne“, sagt Weitzmann schmunzelnd. Über die Höhe hüllt er sich jedoch in Schweigen.<BR /><BR />Bemerkenswert ist, dass sich Reusch auf dem Markt für Torwarthandschuhe seit vielen Jahren gegen finanzstarke Sportartikelriesen wie Adidas und Nike behauptet. Weitzmann führt das auf drei Faktoren zurück: „Qualität, Nähe zu den Sportlern und Menschlichkeit.“ Ums Geld gehe es dabei sicher nicht. „In diesem Bieterwettbewerb könnten wir als mittelständisches Unternehmen aus Südtirol niemals mithalten“, sagt der Reusch-Chef.<h3> Seit 2015 ganz in Südtiroler Hand</h3>Gegründet wurde Reusch allerdings nicht in Südtirol, sondern 1934 im schwäbischen Metzingen. Karl Reusch fertigte damals auf dem Dachboden seines Hauses das erste Paar Handschuhe. Später entwickelte sich das Unternehmen zu einem international bekannten Hersteller von Torwart- und Wintersporthandschuhen.<BR /><BR />Der Weg nach Südtirol begann 2001. Damals beteiligte sich die Bozner Unternehmerfamilie Weitzmann gemeinsam mit anderen Handelspartnern an Reusch. Stefan Weitzmann, der Vater des heutigen Firmenchefs, hatte die Marke zuvor bereits viele Jahre lang in Italien vertrieben. Die Familie baute ihre Beteiligung schrittweise aus und ist seit 2015 alleinige Eigentümerin. Die Produktentwicklung war bereits 2009 nach Südtirol verlegt worden. Seit 2017 befindet sich auch der Unternehmenssitz in Südtirol.<BR /><BR />Heute zählt die Firma Reusch an den drei Standorten Bozen, Vignate/Mailand und Reutlingen rund 80 Mitarbeiter.