Sowohl die Milchanlieferung mit 372 Millionen Kilogramm als auch der Auszahlungspreis mit 50,95 Cent/kg sind gegenüber dem Vorjahr stabil. Der Umsatz konnte um 3,3 Prozent auf 430 Millionen Euro gesteigert werden. Der Sektor beschäftigt 900 Mitarbeiter. Rückläufig bleibt hingegen die Anzahl der Milchlieferanten. Nur mehr 5136 Bäuerinnen und Bauern widmen sich der Milchproduktion. Die Südtiroler Milchwirtschaft bewege sich aber in einem schwierigen Marktumfeld, hieß es auf der Vollversammlung. „Die Wirtschaftskrise ist überall zu spüren, der Konsum rückläufig und eingekauft wird dann, wenn es Angebote gibt. Gleichzeitig gab es in der Milchverarbeitung hohe Kostensteigerungen, die das Auszahlungsergebnis belasten. Umso erfreulicher ist, dass bei diesem schwierigen Umfeld der Milchauszahlungspreis gehalten werden konnte“, unterstrich Joachim Reinalter, Obmann des Sennereiverbandes Südtirol. Trotzdem habe sich die Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung gegenüber dem Vorjahr deutlich verschlechtert, da die Kosten für viele Vorleistungen wie Futter und Energie stark gestiegen sind. „Im Berggebiet sind die Produktionskosten grundsätzlich höher als in Gunstlagen. Der am Markt realisierbare Preis kann die Kostensteigerungen derzeit leider nicht auffangen“, bedauert Reinalter. Immer weniger Bäuerinnen und Bauern seien bereit, sich bei einem vergleichsweise geringen Einkommen der aufwändigen und arbeitsintensiven Milchproduktion zu widmen.Im vergangenen Jahr haben über 100 Landwirte die Milchlieferung eingestellt.Joghurtproduktion steigtDie einzelnen Produktsparten haben sich positiv entwickelt. Mengenmäßig am erfolgreichsten war die Joghurtproduktion mit einer Steigerung von knapp acht Prozent auf 114,7 Millionen Kilogramm. Die Anlieferung von Biomilch stieg um knapp sieben Prozent auf 6,6 Millionen Kilogramm. Eine Nische ist die Ziegenmilch: 0,6 Millionen Kilogramm wurden zu Frischmilch, Käse und Joghurt verarbeitet.Landesbester MilchlieferantAus den besten Milchlieferanten werden nach einem Punktesystem der Landesbeste und die Besten der Milchhöfe ermittelt.Der landesbeste Milchlieferant 2012 ist Christian Gamper, Platztair aus St. Martin am Kofel/Latsch.Am Hof leben Christian Gamper, seine Frau Monika und ihre vier Kinder sowie die Mutter Anna. Der Hof hat 148 Erschwernispunkte, eine Hangneigung von durchschnittlich 76 Prozent und liegt auf 1400 m Meereshöhe. Erstmals urkundlich erwähnt wurde er um 1600. Seit 1911 ist der Platztair im Besitz der Familie Gamper, Christian Gamper übernahm ihn 1992. Er und seine Familie führen die Landwirtschaft im Nebenerwerb. Zudem betreiben sie am Hof einen Ausschank. Milch wird am Hof seit 1985 geliefert. Anfangs wurde sie noch mit Pferd und Holzschlitten zur Seilbahn St. Martin am Kofel gebracht, die sie zur Talstation bringt, wo sie dann abgeholt wird. „Für eine gute Milch ist es wichtig, eine gute Frau zu haben“, ist Christian Gamper überzeugt. Denn Stallarbeit ist am Platztair Frauenarbeit. Der Hof verfügt über sechs Hektar Wiese, zwei Hektar Bergmahd und vier Hektar Heimweiden. Die Wiesen sind zweischnittig. Im Stall stehen sieben Kühe. Zudem werden noch 15 Schafe gehalten.