Donnerstag, 03. März 2016

Sistri auf 2017 verschoben, aber bezahlt werden muss trotzdem

Die gute Nachricht: Die Fälligkeit für die obligatorische Anwendung des Systems Sistri ist auf den 1. Jänner 2017 verschoben worden. Die weniger gute Nachricht: Die Einschreibung bleibt verpflichtend und die Unternehmen müssen eine Jahresgebühr bezahlen, die je nach deren Größe und Tätigkeit zwischen 90 und mehreren Tausend Euro variiert. Die teilweise schlechte Nachricht: Bei Nichtbeachtung setzt es Strafen - allerdings wurden diese halbiert.

Das Erfassungssystem für die Rückverfolgbarkeit der Abfälle, kurz Sistri (sistema per il controllo della tracciabilità dei rifiuti) genannt, wurde 2010 eingeführt, aber es hakt an allen Ecken und Enden.
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Das Erfassungssystem für die Rückverfolgbarkeit der Abfälle, kurz Sistri (sistema per il controllo della tracciabilità dei rifiuti) genannt, wurde 2010 eingeführt, aber es hakt an allen Ecken und Enden. - Foto: © D

Mit dem Gesetzesdekret Nr. 21 vom 25. Februar 2016, das seit 27. Februar in Kraft ist, wurde der Aufschub der Fristen für die Anwendung des Erfassungssystems für die Rückverfolgbarkeit der Abfälle (Sistri) bis 1. Jänner 2017 beschlossen. 

Jahresgebühr bis zum 30. April bezahlen

Dennoch: „Die Betriebe, die einer Registrierungspflicht unterliegen, müssen die Jahresgebühr bis zum 30. April eines jeden Jahres für den Service bezahlen, obwohl er noch nicht einmal vollständig in Kraft getreten ist“, unterstreicht der Generalsekretär der Handelskammer Bozen, Alfred Aberer.
Das Erfassungssystem für die Rückverfolgbarkeit der Abfälle sei in seiner Funktionalität nach wie vor widersprüchlich und nicht nachvollziehbar. "Zudem bringt es keinen effizienten Nutzen für die Unternehmen", so Aberer.

Strafen um 50 Prozent reduziert 

Bereits mehrmals hat sich die Handelskammer an die Südtiroler Parlamentarier gewandt, um ein Aussetzen der Gebühren und Strafen sowie eine Reduzierung des bürokratischen Aufwands des Systems und eine Vereinfachung der Verfahren für die KMUs zu erreichen.

In Teilen ist dies gelungen. So sind die Verwaltungsstrafen für die Nichtentrichtung des Jahresbeitrages bzw. die Nichteintragung bis zum 31. Dezember 2016 mit Beträgen zwischen 7.750 und 46.500 Euro auf die Hälfte reduziert worden.

Was ist Sistri?

Das Erfassungssystem für die Rückverfolgbarkeit der Abfälle, kurz Sistri (sistema per il controllo della tracciabilità dei rifiuti) genannt, wurde 2010 eingeführt. Das Sistri soll in Zukunft die vom Gesetz vorgesehenen Dokumente im Papierformat wie den Abfallerkennungsschein, das Abfallregister und auch die jährliche Abfallmitteilung MUD ersetzen. Von der Regelung betroffen sind alle Unternehmen die gefährliche Abfälle bewirtschaften und Ersterzeugerunternehmen ohne Lagerung mit mehr als zehn Mitarbeitern.

stol

stol