Die Wiedereinführung von Sistri ist damit aber noch nicht in Kraft. Sie ist Bestandteil des Maßnahmenpaketes zum Sparpaket der Regierung, dürfte aber wohl mittels Vertrauensabstimmung durch Kammer und Senat gehen. Der Gesetzesentwurf sieht das Inkrafttreten von Sistri am 9. Februar 2012 vor. Davor soll am 15. Dezember 2011 eine technische Überprüfung von Sistri durch das Umweltministerium und die Verbände erfolgen. Innerhalb von 90 Tagen nach Inkrafttreten des Maßnahmenpaketes muss das Ministerium für Vereinfachung Ausnahmeregelungen hinsichtlich der Verwendung von Sistri erlassen. Kritik vom SWRIn den letzten Monaten und Jahren hatte das System für die Rückverfolgbarkeit von Abfällen Sistri in Wirtschaftskreisen zu Recht für viel Ärger und Aufregung gesorgt. “SISTRI wurde sprichwörtlich über Nacht eingeführt, horrende Strafen von bis zu 93.000 Euro wurden festgesetzt und zahlreiche Unsicherheiten bei den Betrieben geschürt. Da das System bis heute nicht funktioniert, musste dessen Anwendung insgesamt drei Mal verschoben werden. Mit dem Sparpaket Mitte August hat es die Regierung schließlich außer Kraft gesetzt und die Unternehmen konnten aufatmen”, kommentieren der Südtiroler Wirtschaftsring und der italienische Wirtschaftsring USEB.“Die Wiedereinführung wäre für uns ein großer Rückschlag. Sistri hat nicht nur viel Rechtsunsicherheit mit sich gebracht sondern auch Kosten: Beiträge über zwei Jahre, Kosten für Ausbildungskurse und Beratungen sowie Zeitverluste und das alles für ein System das nicht funktioniert hat. Es ist für uns absolut unverständlich, dass an diesem System festgehalten werde soll“, betonen der Präsident des Südtiroler Wirtschaftsrings, Christof Oberrauch, und der USEB-Präsident Ivan Bozzi.Laut SWR muss das Ministerium für Vereinfachung innerhalb von 60 Tagen nach in Kraft treten des Maßnahmenpaketes ein Dekret erlassen, in dem die Ausnahmen definiert werden. "Wir werden uns dafür verwenden, dass diese Ausnahmeregelung möglichst weitreichend definiert wird", sagen Oberrauch und Bozzi.Scharfe Kritik auch vom LVHAuch der Landesverband der Handwerker (LVH) übt heftige Kritik an der geplanten Wiedereinführung des Abfallsystems Sistri. „Es ist für uns absolut unverständlich, dass Rom an diesem System festhält“, ärgert sich LVH-Präsident Gert Lanz. „Sistri stellt vor allem für Kleinst- und Kleinbetriebe einen zu hohen Aufwand dar, um ihre Abfälle zu melden“, betont der LVH-Präsident. Außerdem verursache Sistri bedeutende Mehrkosten für die Betriebe und sei in Südtirol unnötig, da hier die Abfallentsorgung bestens funktioniere. „Die geplante Wiedereinführung ist derzeit das absolut falsche Signal an die Betriebe“, so Lanz weiter. „Italien braucht wirtschaftliches Wachstum, um die Schuldenkrise zu bewältigen, und nicht ein weiteres bürokratisches System, das die Betriebe belastet und hemmt.“ Der LVH hat in den vergangenen Tagen seinen Dachverband "Confartigianato" und die Südtiroler Parlamentarier aufgefordert, gegen die Wiedereinführung zu intervenieren.