Montag, 23. November 2020

Wann können die Ski-Anlagen öffnen?

Können die Skipisten bald öffnen oder nicht? „Es ist sicherlich verfrüht, von möglichen Öffnungsterminen zu sprechen“, sagte Landeshauptmann Kompatscher am Montagnachmittag. Handelskammerpräsident Michl Ebner mahnte, durch eine Öffnung der Skigebiete erst im Jänner seien viele Arbeitsplätze in Gefahr.

Wann können die Pisten heuer öffnen? Darüber wird noch nicht gesprochen – aber über das Wie: Die Sicherheitsprotokolle sollen bereit sein, wenn es losgeht.
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Wann können die Pisten heuer öffnen? Darüber wird noch nicht gesprochen – aber über das Wie: Die Sicherheitsprotokolle sollen bereit sein, wenn es losgeht. - Foto: © www.smg.bz.it / IDM Südtirol/Benjamin Pfitscher
Die Richtlinien für die Wiedereröffnung der Aufstiegsanlagen in den Skigebieten waren am Montag Thema in der Staat-Regionen-Konferenz. Dabei haben Landeshauptmann Arno Kompatscher und Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider Südtirol vertreten.

„Die Regionen haben um ein Treffen mit der Regierung gebeten, auch weil derzeit keine andere finanzielle Unterstützung für die eventuellen Ausfälle in Aussicht gestellt wurde“, sagte Kompatscher.

Darüber, wann die Skigebiete geöffnet werden können, gab es am Montag keine Informationen. Im Protokoll, auf das sich die Präsidenten der Regionen und autonomen Provinzen geeinigt haben, stehen hingegen Sicherheitsmaßnahmen, die dafür notwendig sind: etwa, die maximale Anzahl der Tages-Skipässe, die verkauft werden können, zu begrenzen.

Das Protokoll enthält zudem Informationen, wie die Einhaltung der Maßnahmen zum Gesundheitsschutz überwacht werden, welche Ausbildung das Liftpersonal machen muss, wie die sanitären Einrichtungen beschaffen sein müssen und welche Vorkehrungen für Abstände notwendig sind.

Aufstiegsanlagen wie öffentlichen Nahverkehr behandeln

Viele Sicherheitsvorkehrungen habe die Branche in Südtirol bereits jetzt schon vorbereitet, sagt Landesrat Alfreider. Aufstiegsanlagen und Seilbahnen sollen, wenn es nach Alfreider geht, wie der öffentliche Nahverkehr behandelt werden: In beiden werde alles getan, um eine sichere Fahrt zu gewährleisten. „Sicherheit hat immer Vorfahrt“, betont Alfreider und sagt aber auch: „Sobald alles klar geregelt und eine Öffnung vertretbar ist, soll dieser für die Wirtschaft zentrale Sektor, mit dem sehr viele Arbeitsplätze zusammenhängen, aufgehen.“

Handelskammer: Südtiroler Skigebiete noch vor den Weihnachtsferien öffnen

Die Handelskammer Bozen mahnt in einer Aussendung: Die Öffnung der Skigebiete müsse unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften noch vor Beginn der Weihnachtsferien erfolgen.



In den letzten Monaten haben die Südtiroler Skiliftbetreiber ein solides Sicherheitskonzept entwickelt und zahlreiche Maßnahmen zur Vermeidung von Coronavirus-Infektionen durchgeführt. Diese Investitionen seien von den Skigebieten getätigt worden, um im Winter frühestmöglich ihren Betrieb aufnehmen und den Südtirolern das Skifahren ermöglichen zu können.

„Am Skibetrieb hängen in Südtirol viele Arbeitsplätze. Ermöglicht man es den Südtiroler Skigebieten nicht, unter Einhaltung der ausgearbeiteten Sicherheitsbestimmungen, noch vor den Weihnachtsferien zu öffnen, geht diesen das Hauptgeschäft verloren. Das bedeutet, durch eine Öffnung der Skigebiete erst im Januar sind zahlreiche Arbeitsplätze in Gefahr“, beklagt Handelskammerpräsident Michl Ebner.

Beim Skifahren selbst handle es sich darüber hinaus um einen Freiluftsport, der ohne direkten Kontakt zwischen Personen stattfinden kann.

In den Aufstiegsanlagen und den Hütten müssten besondere Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden, was in Südtirol bei der aktuellen Zahl an Corona-Infizierten möglich sein müsse. Ansonsten dürften auch Züge und öffentliche Busse nicht verkehren, heißt es in der Aussendung.

Alfred Aberer: „Weniger Corona-Infizierte als angenommen“

In den vergangenen Tagen wurde in Südtirol ein Massentest auf Covid-19 durchgeführt, an dem knapp 2 Drittel der Südtiroler Bevölkerung teilgenommen hat. Bei einem Prozent der Getesteten fiel der Test positiv aus und bescheinigte somit eine aktuelle Corona-Infektion.

„Das bedeutet, es gibt in Südtirol zurzeit wesentlich weniger Corona-Infizierte, als ursprünglich angenommen. Deshalb sollten nun auch die Maßnahmen ein wenig gelockert werden, um es den Skigebieten zu ermöglichen, noch vor den Weihnachtsferien ihren Betrieb aufzunehmen“, so Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen.


Am Montag berichtete die Tageszeitung „La Repubblica“, dass die italienische Regierung heuer Skiurlaub auf europäischer Ebene verbieten wolle.

lpa/stol

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