Dienstag, 19. Januar 2016

Skigebiet Schnals: Ein halbes Ja zur neuen Talabfahrt

Im Skigebiet Schnals möchte die Schnalstaler Gletscherbahnen AG eine neue Talabfahrt und eine neue skitechnische Verbindung schaffen. Die Landesregierung hat am Dienstag den ergänzenden Eingriff in der Skizone Schnals teilweise genehmigt.

Blick ins Skigebiet Schnals - Foto: STOL
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Blick ins Skigebiet Schnals - Foto: STOL

Der neue Landesskipistenplan sieht die Möglichkeit vor, innerhalb der abgegrenzten Skizonen (oder "Wolken") Projekte für neue oder bestehende Skipisten und Anlagen zu erarbeiten. "Er ermöglicht es aber auch, größere Vorhaben ins Auge zu fassen, die sich zum Teil außerhalb der Skizonen befinden", so Landesrat Theiner heute. In diesem Fall wird auf der Grundlage einer Machbarkeitsstudie ein umfassendes Bewertungs- und Prüfverfahren durchgeführt.

Eine solche Machbarkeitstudie hat die Schnalstaler Gletscherbahnen AG vorgelegt. Die Gemeinde Schnals hat im vergangenen März die Machbarkeitsstudie für die "Errichtung einer neuen Talabfahrt im Skigebiet Schnalstaler Gletscher und einer skitechnischen Verbindung innerhalb der Zone" ohne Einwände genehmigt.

"Das Vorhaben betrifft die mittel- bis langfristige Entwicklung des gesamten Skigebietes, wobei das neu zu gestaltende Gebiet zum Teil außerhalb der im Fachplan abgegrenzten Skizone liegt", erklärte Landesrat Theiner.

Überprüft und begutachtet wurde das Projekt von verschiedenen Landesabteilungen. Die Arbeiten koordinierte das Landesamt für Landesplanung. Der zusammenfassende Bericht über die Machbarkeitsstudie spricht von einem schlüssigen Vorschlag, der den strategischen Vorgaben des Fachplanes entspricht und eine entscheidende Rolle in der Umkehrung des negativen Trends spielen könne, der seit Jahren im Ski- und Tourismussektor herrscht mit spürbaren Folgen für die Wirtschaft des gesamten Tales.

Umweltbeirat dagegen

Keine Zustimmung gab es hingegen vom Umweltbeirat: Obwohl die Trassen der Skipisten in der Machbarkeitsebene als indikativ zu betrachten sind und somit in der Projektierungsphase noch geändert werden können, reichten die umwelttechnischen Voruntersuchungen aus, um eine Skipiste im oberen Bereich bei der Bergstation "Roter Kofel" als problematisch und lawinengefährdet einzustufen.

Die Landesregierung hat sich diese Gutachten zu Eigen gemacht und das Vorhaben zum Teil genehmigt. Ein Ja gab es zur neugeplanten Talabfahrt inklusive der Verbindung mit der heutigen Skipiste sowie den Verbindungsskiwegen mit den Lazaun-Pisten, während der obere Abschnitt der neuen Talabfahrt unter der Bergstation des "Roten Kofels" abgelehnt wurde.

Im Sinne des Umwelt-Gutachten wurde auch die Berücksichtigung von 50 Metern Entfernung zwischen den geplanten Pisten und den Moorbereichen vorgeschrieben.

"Die strategisch-territorialen Aspekte", so Landesrat Theiner abschließend, "sind genügend und überzeugend, um die Machbarkeit auf Planebene zu genehmigen."

stol