Derzeit arbeiten rund 4,5 Millionen Menschen in Italien im Smart Working. Würden es mehr, könnten Unternehmen viel Geld einsparen.<BR /><BR />12,5 Milliarden Euro jährlich – so viel Geld könnten italienische Unternehmen einsparen, sollte das Smart Working künftig zu einem normalen Arbeitsmodell werden. Diese Summe hat der italienische Handelsverband Confesercenti in seinem Dossier „Change the work, change the cities“ veröffentlicht. Darin werden die Auswirkungen von Smart Working auf die Unternehmen selbst, aber auch auf das Familienleben der Arbeitnehmer und die Gesellschaft im allgemeinen untersucht.<BR /><BR />Aktuell arbeiten in Italien rund 4,5 Millionen Menschen vom Home Office aus. Vor allem Freiberufler und Privatangestellte verrichten aufgrund der bis zum 31. August verlängerten Sonderregelung ihre Arbeit von Zuhause aus.<h3>Positive und negative Auswirkungen auf die Wirtschaft</h3>Laut der Studie von Confesercenti könnte das Arbeitsmodell Smart Working 6,2 Millionen Arbeitnehmer betreffen, wodurch täglich 4,9 Millionen Pendler von der Straße verschwinden würden – eine Revolution, die unterschiedlichen Auswirkungen auf die Geschäftswelt . <BR /><BR />Auf der einen Seite würde die Wirtschaft 12,5 Milliarden Euro pro Jahr einsparen, auf der anderen Seite würden Sektoren wie das Gaststättengewerbe, der Handel, der Fremdenverkehr und das Verkehrswesen rund 25 Milliarden Euro an Umsatz verlieren.<BR /><BR /> Andererseits kann sich die längere Verweildauer in den eigenen 4 Wänden und die damit verbundene Zunahme der Einkäufe von Konsumgütern positiv auf den Lebensmittelhandel auswirken (plus 4,3 Milliarden Euro Umsatz). Insgesamt wird ein Nettoverlust in Höhe von 8,2 Milliarden Euro Umsatz für diese Sektoren beziffert. Dies könnte zur Schließung von fast 21.000 Unternehmen und zum Verlust von mehr als 93.000 Arbeitsplätzen führen, insbesondere in öffentlichen Einrichtungen (minus 11.840 Unternehmen und minus 47.360 Beschäftigte) und im Gastgewerbe (minus 9150 Unternehmen und minus 45.750 Beschäftigte).<h3> Veränderung der Städte</h3>Wird das Smart Working als weit verbreitetes Artbeitsmodell angewandt, würden große Städte mit fortgeschrittenem tretiären Sektor, sowohl im Bereich der Verwaltungs- als auch der Unternehmensdienstleistungen, laut der Confesercenti-Studie zu den Verlieren gehören. <BR /><BR />In diesen Städten könnte zwar es zu einem Aufschwung des Urlaubstourismus, aber zu einem strukturellen Rückgang der Arbeitsströme kommen: In den bevölkerungsreichsten Städten gibt es auch die meisten Tätigkeiten, die aus der Ferne ausgeübt werden können (etwa 45 Prozent), während dieser Prozentsatz in kleineren Städten bei etwa 20 Prozent liegt. <BR /><BR />Zu den positiven Auswirkungen gehört die Verringerung der Umweltverschmutzung: Etwa 4,9 Millionen Arbeitnehmer würden täglich nicht mehr von zu Hause aus pendeln. Davon nutzen rund eine Million die öffentlichen Verkehrsmittel und 3,9 Millionen den Individualverkehr, also Autos oder Motorräder mit einer entsprechenden Belastung für die Umwelt.<h3> Flucht aus den Stadtzentren</h3>Eine weitere Auswirkung des Smart Working würde die Flucht aus den großen Stadtzentren betreffen. 60 Prozent der italienischen Immobilienmakler berichten von einer Tendenz zur Suche nach geräumigeren Wohnungen mit günstigen Marktbedingungen, insbesondere außerhalb der historischen Zentren. <BR /><BR />Eine Entwicklung, die, wie Confesercenti betont, erhebliche Auswirkungen auf den Immobilienmarkt haben könnte: Das durchschnittliche Preisgefälle zwischen Zentrum und Peripherie könnte so um 10 Prozent verringert werden.