Sind erst einmal die Weihnachtsfeiertage und der Jahreswechsel vorbei, dann machen sich bei den heimischen Skigebietsbetreibern entweder die Sorgenfalten breit oder es gibt ein erstes Durchatmen. Denn der Saisonverlauf bis zu dieser Phase ist enorm wichtig. Wie eine aktuelle Umfrage jedoch zeigt, ist derzeit definitiv die Variante „Durchatmen“ angesagt – wobei das eher noch untertrieben ist.<h3> Dolomiti Superski:„Über allen Erwartungen“</h3>Denn Marco Pappalardo (i.B.u.), Marketing-Direktor des Verbundes Dolomiti Superski, bewertet die Situation als „sehr, sehr gut“. Man liege derzeit „über allen Erwartungen“, sagt Pappalardo. Seit dem Saisonstart am 25. November habe es 4,5 Prozent mehr Ersteintritte (also mehr Skifahrer) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gegeben. Schon vor Weihnachten sei die Lage vielversprechend gewesen – nicht zuletzt, weil es einen deutlichen Zuwachs beim Vorverkauf von z.B. Saisonkarten gegeben habe (+10 Prozent), was Pappalardo als „bombastisch“ bezeichnet. Und auch der 8. Dezember (Freitag) sei günstig gelegen. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="980581_image" /></div> <BR /><BR />Selbst das Wetter habe gut mitgespielt – mit Schneefällen und tiefen Temperaturen für die Beschneiung einerseits sowie stabilen Schönwetterphasen andererseits. Was die Rendite für die Betreiber angeht, dürften zwei weitere Aspekte zur positiven Stimmung beitragen: Zum einen steigen die Erträge, weil die Preise aufgrund der Inflationserwartungen angehoben wurden. Zum anderen ist die Lage an den internationalen Energiemärkten wieder viel entspannter als im Vorjahr. Damals wurden mögliche Gewinne von den hohen Stromkosten regelrecht aufgefressen. Marco Pappalardo zieht also eine äußerst positive Zwischenbilanz und freut sich darüber, „dass die Lust am Skifahren weiterhin sehr groß ist“.<h3>Kronplatz: „Das ‚Jänner-Loch‘wird es heuer nicht geben</h3>Eine positive Grundstimmung, die sich auch im Gespräch mit Thomas Reiter (i.B.u.), dem Direktor von Skirama Kronplatz, bemerkbar macht. Selbst wenn er sich mit konkreten Zahlen etwas sträubt: „Das hat erst nach diesem Wochenende einen Sinn. Und was wirklich zählt, ist das Ergebnis nach dem Schlusspfiff, also zu Saisonende. Trotzdem: Dass – so wie im Verbund Dolomiti Superski, zu dem der Kornplatz gehört – letztendlich ein Plus unter den Skipass-Verkaufszahlen steht, daran zweifelt auch Reiter nicht. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="980584_image" /></div> <BR /><BR />Zwei Faktoren nennt er hier, einerseits das Wetter und andererseits die bessere „Verteilung“ der Gäste auf den Pisten: „Der frühe Schnee, der liegen geblieben ist, war Gold wert. Es gibt keine bessere Werbung. Gleichzeitig merken wir schon jetzt, dass es das ‚Jänner-Loch‘ nicht geben wird. Die Anfragen aus den Quellmärkten im Osten und Norden Europas zeigen, dass die Auslastung im Jänner stärker als in früheren Jahren sein wird.“ Nicht zuletzt, weil der Wintertourismus insgesamt sich diversifiziere, wie Reiter betont: „Sei es bei den Sportarten wie bei der Anreise. Natürlich gab es – etwa zum 8. Dezember – bzw. gibt es verkehrsintensive Phasen; aber im Prinzip hat jeder alle Möglichkeiten, zu den Pisten zu kommen. Bahn, Shuttlebusse, Auto – je nach Bedürfnissen.“<BR /><BR />Gleiches, so Reiter weiter, gelte in der Gastronomie und den skitouristisch anverwandten Branchen: „Aus Rückmeldungen und persönlicher Beobachtung kann ich den Eindruck nicht bestätigen, dass die Gäste mehr sparen. Ganz im Gegenteil: Stimmt die Qualität, sind sie bereit, mehr zu bezahlen.“ Das gelte auch für die medial oft kritisierten, gestiegenen Skipass-Preise: „Die werden allzu leicht für Vergleiche mit anderen Skigebieten hergenommen. Aber es gilt auch zu bedenken, was man dafür bekommt.“<h3>Ortler Skiarena: „Leute finden wieder zurück auf die Piste“</h3>Doch etwas „verändert im Konsumverhalten“ sieht hingegen Erich Pfeifer (i.B.u.), Präsident der Ortler Skiarena und der Seilbahnen Sulden, die Tages- und Urlaubsgäste: „Auf den Hütten sind kleinere Gerichte vermehrt gefragt, und der Alkoholkonsum ist generell zurückgegangen. Dazu beigetragen haben das verstärkte Sicherheitsbewusstsein und die strengeren Pistenregeln.“ <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="980587_image" /></div> <BR />Darüber hinaus fänden – so beobachtet der Vinschger weiter – vor allem Südtiroler bzw. generell Familien wieder verstärkt zurück auf die Pisten: „Gab es in den vergangenen Wintern beim Tourengehen einen regelrechten Boom, so melden uns die Sportartikel-Geschäfte und -Verleihe eine verstärkte Nachfrage, was die Ausrüstung fürs klassische Skifahren oder Snowboarden betrifft. Zwar buchen die Gäste ihre Aufenthalte nun kurzfristiger und kürzer als früher, dafür erleben wir einen verstärkten Zulauf von Einheimischen auf den Pisten. Auch die tolle Schneelage im November löste eine spürbare Aufbruchstimmung aus.“<BR /><BR />Zahlen aber kann und will auch Pfeifer jetzt noch nicht nennen, erst kommende Woche werde eine erste Zwischenbilanz gezogen. Dennoch ist es sich ziemlich sicher: „Das gibt heuer ein schönes Plus. Nach den schwierigen Corona-Jahren gibt es wieder einen tollen Trend zum Skifahren.“