<BR /><BR />Das Ergebnis unter den 1.500 befragten Südtirolern fällt eindeutig aus: 95 Prozent sind „eher“ oder „sehr“ positiv gegenüber der Wirtschaft eingestellt. Und: „Eine Mehrheit befindet, dass die Betriebe im Land wettbewerbsfähig sind und sozial wie ökologisch verantwortungsvoll handeln“, fasst Wifo-Direktor Georg Lun zusammen.<BR /><BR />Ein Blick auf die einzelnen Wirtschaftssektoren macht jedoch Unterschiede sichtbar – insbesondere bei Attraktivität, Innovationskraft, Leistungswahrnehmung und kritischen Aspekten. „Bei allen Sektoren gibt es sowohl Licht als auch Schatten“, betont Lun.<h3>Tourismus</h3>Gerade der Tourismus spiegelt ein ambivalentes Bild wider.<BR /><BR />Zum einen wird sein wirtschaftlicher Beitrag hochgeschätzt: Ein Großteil der Befragten ist überzeugt, dass der Tourismus ein wichtiger Wohlstandstreiber ist (86 Prozent) und zu einem positiven Image nach außen (85 Prozent) beiträgt. Viele sehen den Sektor zudem als attraktiven Arbeitgeber. Bei Jobmöglichkeiten, Karrierechancen und Gehältern wird die Branche deutlich positiver bewertet als andere.<BR /><BR />Zum anderen sehen die Befragten den Tourismus als Haupttreiber zentraler Herausforderungen im Land. Umweltbelastung, Flächenverbrauch, Zuwanderung, Verkehrsaufkommen, steigende Lebenshaltungskosten und Wohnungspreise – in all diesen Bereichen sehen viele den Tourismus in der Verantwortung.<h3> Landwirtschaft</h3>Der Landwirtschaft wird ein hoher gesellschaftlicher Nutzen zugeschrieben. Eine deutliche Mehrheit der Befragten ist der Ansicht, dass die Bauern wesentlich zum Erhalt des ländlichen Raums beitragen (73 Prozent) und das Image Südtirols nach außen positiv prägen (66 Prozent).<BR /><BR />Im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren wird die Arbeit in der Landwirtschaft jedoch als weniger attraktiv wahrgenommen. Vor allem bei Karrierechancen und Einkommen schneidet die Branche in den Augen der Befragten schlechter ab als andere. <h3> Industrie</h3>Die Industrie liegt in Sachen Attraktivität im Mittelfeld, überzeugt aber vor allem durch ihre hohe Innovationskraft. <BR /><BR />Gleichzeitig wird sie jedoch besonders stark mit Umweltbelastungen in Verbindung gebracht – deutlich stärker als andere Wirtschaftssektoren.<h3> Handwerk, Handel und Dienstleistung</h3>Das Handwerk sowie der Handels- und Dienstleistungssektor liegen ebenfalls im Durchschnitt, was die Arbeitgeberattraktivität betrifft. Auffällig ist jedoch, dass mehr als die Hälfte der Befragten der Meinung ist, die Leistungen des Handwerks würden in der Öffentlichkeit unterschätzt.<BR /><h3> Öffentlicher Sektor</h3>Der öffentliche Sektor überrascht bei der Attraktivität: In puncto Work-Life-Balance, Jobmöglichkeiten, Karrierechancen und Gehälter schneiden öffentliche Stellen laut Meinung der Befragten besser ab als viele Bereiche der Privatwirtschaft.<h3> Südtiroler wünschen sich mehr Sozialpolitik</h3>Auch die Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage wurde befragt. Zwar bewerten nahezu neun von zehn ihre aktuelle Situation als gut, doch der Blick in die Zukunft fällt deutlich gedämpfter aus: Jede dritte Person rechnet damit, dass der Wohlstand künftig abnehmen wird.<BR /><BR />Interessant sind zudem die Wünsche an die Landespolitik. Am häufigsten genannt wird der Bereich Soziales (45 Prozent), gefolgt von Wirtschaft und Umwelt.<BR /><BR />„Diese Ergebnisse sollten den politischen Entscheidungsträgern als wichtige Reflexion dienen – insbesondere mit Blick auf die künftige Ausrichtung der Politik“, betont Lun abschließend.<BR /><BR /><BR />Für Tourismus- und Landwirtschaftslandesrat Luis Walcher kommen die Ergebnisse nicht überraschend. „Alle, die im Tourismus tätig sind, sind nun aufgefordert, Maßnahmen zu setzen. Nur zu sagen, dass man gut ist, genügt nicht. Wenn wir von den Südtirolern etwas verlangen, können wir von den Gästen nicht weniger verlangen“, so Walcher.