„Grundsätzlich ist es zwar schon so, dass es weniger Aufträge gibt als in den vergangenen beiden Jahren. Aber wir sind nach wie vor auf einem guten Niveau“, betont Martin Haller, der Präsident des Wirtschaftsverbandes für Handwerk und Dienstleister (lvh). <BR /><BR />Freilich, es gebe gar einige Herausforderungen: Die Energiekrise, die steigenden Rohstoffpreise und insbesondere die steigenden Zinsen machen es derzeit nicht einfach, was Baumaßnahmen betrifft – sowohl für Private als auch für Industriebetriebe. Schlussendlich davon betroffen ist insbesondere die Bauwirtschaft. <BR /><BR />„Es hat einige Fälle gegeben, wo größere Projekte vorerst auf Eis gelegt wurden. Nicht nur wegen der Preissteigerungen, sondern vor allem wegen der hohen Zinsen“, erklärt Haller. So wolle der eine oder andere – vom privaten Häuslebauer bis zum größeren Betrieb – derzeit noch abwarten, was Baumaßnahmen betreffe. <BR /><BR /><embed id="dtext86-57741831_quote" /><BR /><BR />Alarmstimmung herrsche im Baugewerbe aber keine. „Es ist nach wie vor so, dass die Betriebe recht gut ausgelastet sind“, stellt der lvh-Chef klar. Aber: Unsicherheiten gebe es durchaus. Unter anderem seien die Fördermaßnahmen ein Unsicherheitsfaktor. <BR /><BR />Der Superbonus mit Steuerabsetzbeträgen von 110 Prozent sei in Südtirol ohnehin erst im vergangenen Jahr „in Fahrt gekommen“ bzw. habe erst da für viele Baustellen im Land gesorgt. „Aufgrund der Diskussionen hinsichtlich einer Reduzierung des Bonus und wegen der Schwierigkeiten, was die Abgabe von Steuerguthaben betrifft, ist es so, dass es momentan keine neuen Projekte gibt. Derzeit werden Projekte, die schon länger geplant sind, umgesetzt. Das sorgt für eine gute Auslastung“, so Haller.<h3> Bonus am Auslaufen</h3>Der <a href="https://www.stol.it/tag/Superbonus" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Bonus mit 110 Prozent</a> gelte noch für Projekte, welche die Voraussetzungen dafür erfüllen und für welche die Baubeginn-Meldung noch 2022 eingereicht wurde. Für 2023 wurde der Bonus auf 90 Prozent reduziert. „Ein Problem ist aber die Annahme der Steuerguthaben, die Banken haben ihre Kapazitäten ausgelastet und bieten keine neuen Finanzierungen an. Aber es ist ein Bonus, der ohnehin am Auslaufen ist“, erklärt Haller. <BR /><BR />Die Sorgen, dass es ab der zweiten Jahreshälfte zu einer Überkapazität und somit zu einem Preisverfall komme, seien laut dem lvh-Präsidenten zwar da, „aber man sollte das jetzt noch nicht negativ sehen“. So habe etwa die Coronakrise gezeigt, „dass Südtirols Betriebe solide aufgestellt sind, sich der Situation anpassen und auf Marktänderungen reagieren können“. <BR />