IDM-Marketingchef Wolfgang Töchterle über das Südtiroler Konzept der Christkindlmärkte und welche Voraussetzungen es dafür braucht. <BR /><BR /><BR /><BR /><b>Herr Töchterle, die meisten Weihnachtsmärkte in Deutschland haben bereits ihre Sicherheits- und Hygienekonzepte vorgelegt. Wie weit sind Sie mit Ihren Planungen?</b><BR />Wolfgang Töchterle: Wir sind an einem guten Punkt, würde ich sagen. Gemeinsam mit unseren institutionellen Partnern, also den Stadtverwaltungen und dem Land, haben wir uns auf ein gemeinsames Konzept einigen können. <BR /><BR /><BR /><b>Was ist genau vorgesehen?</b><BR />Töchterle: Wir haben uns an den aktuell gültigen Regelungen des Staates orientiert. Demzufolge könnten wir, nachdem es sich um eine Veranstaltung im Freien handelt, was die Kapazität betrifft, mit 100 Prozent fahren. Wir setzen den Green Pass im Sinne der 3-G-Regel für alle Besucher voraus, von den Veranstaltern eingesetzte Sicherheitsdienste überprüfen dies stichprobenartig. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="693011_image" /></div> <BR /><BR /><b>Wird es eine Sonderregelung für den gastronomischen Bereich auf den Märkten geben, wie dies beispielsweise München vorhat?</b><BR />Töchterle: Die Weihnachtsmärkte in Südtirol sind eine Mischform aus Markt und Veranstaltung. Für die nicht-gastronomischen Stände sind keine Zutrittsbeschränkungen in Form von Absperrungen möglich. Sie können nicht einfach abgezäunt werden und müssen jederzeit frei passiert werden können. Die Gastro-Stände, die als Veranstaltungsbereich deklariert werden müssen, ist die Sache etwas anders. Dort werden wir verstärkte Green-Pass-Kontrollen durchführen, auch weil es hierbei ein größeres Risiko für Menschenansammlungen gibt; eventuell könnte es auch eine Absperrung vor diesem Bereich geben.<BR /><BR /><BR /><b>Sie rechnen offenbar nicht damit, dass die Weihnachtsmärkte erneut ausfallen könnten...</b><BR />Töchterle: Eine definitive Entscheidung von der Landesregierung, ob die Märkte ausgetragen werden können, steht zwar noch aus, aber ich gehe sehr stark davon aus, dass es so sein wird. Südtirol ist aktuell weiße Zone und von der gelben Zone noch weit entfernt. Aber selbst bei einer Neueinstufung sehe ich die Austragung der Weihnachtsmärkte nicht grundsätzlich gefährdet. So oder so gilt wie erwähnt eine strikte Green-Pass-Pflicht. <BR /><BR /><BR /><b>Wie hoch sind die Zusatzkosten für Sicherheitsdienste, eventuelle Absperrungen usw.?</b><BR />Töchterle: Wir haben errechnet, dass eine Finanzierungslücke von rund 2 Millionen Euro entstehen wird. Noch ist unklar, ob das Land einen Teil der Kosten tragen wird. Im Grunde ist es ein gemeinsames Interesse vieler Wirtschaftstreibender, dass es die Märkte gibt. Man darf nicht vergessen, dass die Weihnachtsmärkte eine Wertschöpfung von 34 Millionen Euro generieren. Daran sieht man schon, wie wichtig sie für Südtirols sind, vor allem für den Handel, die Gastronomie und die Beherbergungsbranche. <BR /><BR /><BR /><b>Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie?</b><BR />Töchterle: Wir haben verschiedenen Szenarien entwickelt. Wenn der Markt mit den oben erwähnten Maßnahmen ausgetragen werden kann, rechnen wir mit Besucherzahlen in etwa auf dem Vor-Corona-Niveau. Die Entwicklungen der letzten Monate, etwa im Bereich der Gastronomie und Hotellerie, geben uns ordentlich Mut. Man hat gesehen, dass die Menschen wieder Vertrauen gewonnen und mit den geringfügigen Einschränkungen leben können. Neben diesem positiveren Szenario gibt es noch weitere, bei denen wir mit Einbußen von 20, 50 oder gar 100 Prozent ausgehen. Es ist wichtig, dass man sich auf alle Eventualitäten und das Worst-Case-Szenario vorbereitet, allerdings halte ich ein solches für sehr unwahrscheinlich. <BR /><BR /><BR /><b>Was bedeutet das Vor-Corona-Niveau denn in konkreten Zahlen?</b><BR />Töchterle: Es gibt da nur ungefähre Schätzungen. Wir dürften da im Bereich von einer halben Million Weihnachtsmarktbesuchern pro Saison liegen. <BR />