Am Freitag gab das Statistikamt der Gemeinde Bozen die Inflationsrate für Februar bekannt; sie lag bei 1,7 Prozent, nach 1,4 Prozent im Jänner. Obwohl die Inflation wieder leicht angestiegen ist, sind das mehr als erträgliche Niveaus, auf die wir hierzulande zurückgekehrt sind.<h3> 2 Prozent auf Jahressicht</h3>„Wenn nichts Dramatisches passiert, dürfte die Inflation auch im Gesamtjahr um die 2 Prozent herum liegen. Bei den Energiepreisen ist mehr Ruhe eingekehrt und die Konjunktur hat sich eher abgeschwächt“, meint Georg Lun, Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) der Handelskammer Bozen. „Damit wären wir, vor allem wegen der hohen touristischen Nachfrage, zwar etwas über dem gesamtstaatlichen Schnitt, aber in einem absolut gesunden Bereich. Die Europäische Zentralbank spricht bei Werten um 2 Prozent von Preisstabilität“, erinnert Lun.<BR /><BR />Rekordinflation erfolgreich bekämpft, Zinsen bald gesenkt? „Danach sieht es vorerst nur bedingt aus. Die EZB geht noch sehr zögerlich vor, weil sie Angst vor einem Wiederaufflammen der Teuerung hat. Die Zinsen dürften heuer zwar gesenkt werden, aber nicht so schnell und nicht besonders stark.“<h3> Aus 100 Euro wurden real 68</h3>Nun ist es mit der Inflation überhaupt so eine Sache: Verlässt sie die Extreme, vergessen wir leicht, was sie für Folgen hat. Ob beim Restaurant- oder Theaterbesuch, dem täglichen Einkauf oder in anderen Lebensbereichen – in einer Marktwirtschaft ändern sich die Preise ständig. Einerseits kann das ein einzelnes Produkt betreffen. Andererseits können die Preise aber auch generell steigen. Wenn Letzteres zutrifft, sprechen wir von Inflation. Sie beeinflusst die Kaufkraft des Geldes, bestimmt also, wie viel wir uns mit einem bestimmten Geldbetrag kaufen können. <BR /><BR />In den letzten Jahren hat die Kaufkraft des Geldes – nicht nur hierzulande – rapide abgenommen, wie aber sieht es auf Sicht der letzten 15 Jahre aus? 100 Euro im Jahre 2009 sind natürlich nominal auch heute noch 100 Euro. Nur können wir uns mit derselben Menge Geld heute wesentlich weniger leisten. Mit den 100 Euro von damals könnten wir heute – trotz zwischenzeitlicher Niedriginflationsphasen – um rund ein Drittel weniger Güter erwerben. Bildlich formuliert: Vor 15 Jahren konnten wir 3 Einkaufstaschen füllen, heute mit derselben Summe nur noch 2. Aus 100 Euro auf dem Papier wurden 68 im Alltag. <BR /><BR /><embed id="dtext86-63884977_quote" /><BR /><BR />„Besonders betroffen von der Entwertung des Geldes sind die Lohnabhängigen, deren Einkommen nicht oder nur teilweise an die Inflation angepasst wurden. In Südtirol letzthin leider deutlich weniger als in Österreich und Deutschland“, so Lun.<BR /><BR />In einem solchen Fall führt ein Kaufkraftverlust des Geldes zu weniger Kaufkraft bei jedem einzelnen. <BR />