„ZeroResidue“ ist aus einer Kooperation zwischen dem Forschungszentrum Laimburg und der Universität Bozen entstanden. In den nächsten Jahren soll dazu ein internationales Exzellenzzentrum aufgebaut werden. Dies wurde gestern bei der Vorstellung des Projekts im NOI-Techpark bekannt gegeben. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1283850_image" /></div> <BR /><BR />„Interessante“ Abfälle, aus denen Neues entstehen kann, sind beispielsweise jene von Trauben und Äpfeln – die bei der Produktion von Wein und beim Pressen von Äpfeln entstehen. „Die Schalen der Äpfel enthalten Zellulose“, erklärt <b>Univ.-Prof. Emanuele Boselli</b> von der Fakultät für Agrar-, Umwelt- und Lebensmittelwissenschaften in Bozen. „Diese können beispielsweise zur Papierherstellung verwendet werden.“ Kerne enthalten Fette, aber auch toxische Substanzen. „Bei unserem Projekt geht es auch darum, nützliche und giftige Substanzen voneinander zu trennen“, erläutert Boselli. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1283841_image" /></div> <BR /><BR />In den Trestern des Weines sind viele wertvolle Inhaltsstoffe enthalten: Dabei handelt es sich um Polyphenole, erklärt <b>Michael Oberhuber</b>, Direktor des Versuchszentrums Laimburg. Das sind entzündungshemmende, zellschützende und somit die Gesundheit fördernde Pflanzenstoffe. Solche Stoffe werden bei der Herstellung von Kosmetik-Produkten eingesetzt, die dann in Apotheken erhältlich sind. <BR /><BR />Aus Abfällen lassen sich auch ätherische Öle gewinnen, etwa von umgestürzten Bäumen nach dem Sturmtief Vaja, erklärt Boselli. Und mit abgeschnittenem Rebholz kann ein ganzes Haus geheizt werden, berichtet Landwirtschaftslandesrat <b>Luis Walcher</b>.<BR /><BR />Die Wiederverwertung von Abfällen ist oft aber kein einfacher Prozess: Inhaltsstoffe müssen gezielt gereinigt werden. Für solche Prozesse braucht es Geräte und Maschinen, sagt Oberhuber. <BR /><BR />Für Innovationslandesrat <b>Philipp Achammer</b> ist das Projekt „ZeroResidue“ zukunftsträchtig wegen des schonenden Umgangs mit Ressourcen, der Vermeidung von Kosten für die Abfallwirtschaft und wegen des Wiedereinsatzes von Abfällen auf sinnvolle Art und Weise. <BR /><BR />„ZeroResidue“ erstreckt sich über drei Jahre – 2026 bis 2028 – und wird über die EU gefördert (EFRE-Programm). Ziel ist die Konsolidierung eines „dauerhaften Exzellenzzentrums für die Verwertung agroindustrieller Rest- und Nebenprodukte“. 18 Akteure haben ihr Interesse bekundet – darunter Kellereien, Lebensmittel-, Gastronomie- und Kosmetikunternehmen. Landesrat Walcher erwartet sich in den kommenden drei Jahren eine „sehr starke Entwicklung“ mit guten Möglichkeiten für die Landwirtschaft.