Doch der Reihe nach: Im Jahresvergleich registrierte die italienische Versicherungsaufsicht Ivass ein Tarif-Plus von 7 Prozent. Verglichen mit 2022 liegen die Prämien um mehr als 15 Prozent, knapp 70 Euro, darüber. 418 Euro blättert man derzeit im Schnitt hin, wenn man den eigenen Pkw versichern lassen möchte. „In der Praxis müssen wir leider feststellen, dass es Gesellschaften gibt, die von 2023 auf heuer sogar um bis zu 20 Prozent, also um ein Fünftel, nach oben gefahren sind. Gar einige Verbraucher sind zu uns gekommen, um sich über die Erhöhung zu beschweren“, berichtet Stefanie Unterweger, Versicherungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS). <h3> Was sind die Gründe?</h3> „Ein Grund ist der Anstieg der Reparaturkosten; Versicherer werden im Schadensfall also stärker zur Kasse gebeten als noch vor einigen Jahren. Dies heizt tendenziell auch die Prämien an.“ Ganz zufrieden geben will sich Unterweger damit aber nicht: „Ich vermute dahinter auch einen Versuch, die geringen Gewinnspannen im Kfz-Versicherungsbereich ein wenig zu vergrößern.“ Mit Mitte der 2010er-Jahre sei eine Vielzahl neuer Akteure, hauptsächlich Online-Versicherer, in den Markt gedrängt. „Davon haben Autofahrer auch einige Jahre lang profitiert, was man daran erkennt, dass die Durchschnittsprämien vor 10 Jahren schon einmal höher waren als heute. Seit einigen Jahren wendet sich das Blatt aber wieder und der Trend geht in die andere Richtung.“ <BR /><BR /><embed id="dtext86-66816700_quote" /><BR /><BR /> Was können Autofahrer tun, wenn der Versicherer die Prämie stark anhebt? „Eine erste Möglichkeit ist, die Versicherung zu kontaktieren, um einen Rabatt zu erhalten. Diesen Spielraum gibt es, denn grundsätzlich ist jede Prämie verhandelbar. Zielführend ist das aber nicht immer, es sei denn, man hat bei der Gesellschaft auch andere, für den Versicherer lukrativere Polizzen laufen.“ Gibt es kein Entgegenkommen seitens des Versicherers, schlägt Unterweger vor, sich nach Alternativen umzusehen und empfiehlt dafür das Vergleichsportal von Ivass, „ <a href="https://www.preventivass.it/home" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">preventivass.it</a>“. „Dort werden Basisversicherungen im Kfz-Bereich gegenübergestellt und man bekommt ein Gefühl dafür, welche Polizze für das eigene Profil die günstigsten Konditionen bietet.“<BR /><BR /> Ein Wechsel gehe heutzutage problemlos vonstatten – ohne vorherige Kündigung des alten Vertrages, ohne viel Bürokratie; bei Online-Anbietern sogar binnen weniger Minuten. Eine pauschale Empfehlung für Online-Versicherer will Unterweger aber nicht abgeben: „Das muss man sich von Fall zu Fall anschauen.“<h3> Bei den Leistungen genau hinschauen</h3> Wie sieht es bei den Leistungen aus – was muss drin sein, was nicht zwingend? „Das Allerwichtigste ist, dass die versicherte Summe für Fahrzeug- und Personenschäden über dem gesetzlichen Minimum von 7,7 Millionen Euro liegt. Diese kann nämlich schnell erreicht sein – besser wären 10 oder 20 Millionen Euro.“ Auch solle man darauf achten, dass die Option „Guida esclusiva“ gewählt werde, die den Fahrerkreis eingrenzt. „Dabei erklärt der Versicherungsnehmer, dass nur Fahrexperten mit dem Fahrzeug fahren. Sollte also kein Führerscheinneuling mit dem Fahrzeug fahren, kann durch den Einbau dieser Klausel die Prämie noch etwas reduziert werden. Und wie sieht es mit dem Regress-Verzicht aus? „Auf diese Klauseln, die verhindern sollen, dass sich der Versicherer einen Teil oder sogar die gesamte Schadenssumme vom Versicherten zurückholt, wenn dieser etwa unter Alkoholeinfluss einen Unfall verursacht, sollte man auf keinen Fall verzichten.“