Seit dem 25. November ist die SOA-Zertifizierung, also die kostenpflichtige Eintragung in ein eigenes staatliches Album, laut Staatsgesetz bereits ab einem Auftragsvolumen von 150.000 Euro Pflicht. In Südtirol war die Vergabe öffentlicher Arbeiten bisher durch ein eigenes Landesgesetz geregelt, das die SOA-Zertifizierung erst bei Aufträgen ab fünf Millionen Euro festschrieb. „Bisher brauchte es dank des autonomen Landesgesetzes und dank der guten Zusammenarbeit mit der Landesregierung die SOA-Zertifizierung nicht. Nun sind das Landesgesetz und die autonomen Befugnisse aber gekippt worden“, bedauert der Präsident des Landesverbands der Handwerker (LVH), Walter Pichler. Richten soll es ein neues Gesetz: „Wir bauen weiterhin auf die Autonomie und fordern die Landesregierung auf, ein neues Gesetz zur Vergabe öffentlicher Arbeiten im Landtag vorzulegen“, so Pichler. In der Zwischenzeit richtet man sich nach den neuen Regeln. „Wir haben uns vorbereitet, die Mitgliedsbetriebe laufend informiert und können ihnen nun bei der SOA-Zertifizierung helfen“, sagt Pichler. LVH-Mitglieder können sich für die SOA-Zertifizierung ab sofort an die jeweilige Berufsbetreuungsstelle und an die SOA-Informationsstelle im LVH wenden (Tel. 0471/323424). Außer den Kosten für die Zertifizierung selbst fallen für die Mitgliedsbetriebe keine weiteren Kosten an. „Einige Handwerksbetriebe, die bei großen öffentlichen Aufträgen mitmischen, haben die SOA-Zertifizierung bereits in der Vergangenheit gemacht. Aber alle Betriebe müssen ihre Kosten im Griff haben, damit sie auch in Krisenzeiten arbeiten und die Arbeitsplätze sichern können. Daher ist es verständlich, dass die meisten Betriebe nicht sofort und mit Freude auf den Zug aus Rom aufgesprungen sind“, so Pichler. Mit dem Abwarten lagen die Betriebe bisher richtig. „Die SOA-Zertifizierung kostet 5000 Euro, muss nach drei Jahren für 3000 Euro erneuert werden und nach wieder zwei Jahren erneut um 5000 Euro komplett neugemacht werden. Das sind 13000 Euro in zehn Jahren für jeden einzelnen Betrieb“, rechnet Pichler vor. „Indem unsere Mitgliedsbetriebe mit der bisher unnötigen Zertifizierung gewartet haben, haben sie insgesamt rund 20 Millionen Euro eingespart.“