"Programme müssen her. Da müssen wir etwas machen, das muss möglich sein", so Durnwalder. Die erste wichtige Maßnahme im Bildungsbereich hat die Landesregierung am Montag beschlossen. Sie hat in der berufsspezialisierenden Lehre die fachübergreifende Ausbildung geregelt. Lehre für 18- bis 29-JährigeDas Lehrlingsgesetz sieht vor, dass Auszubildende der berufsspezialisierenden Lehre, die erst 2012 eingeführt worden ist, pro Lehrjahr 40 Stunden an fachübergreifender Ausbildung absolvieren. Jetzt hat die Landesregierung beschlossen, wie diese Ausbildung in Südtirol umgesetzt wird. Die berufsspezialisierende Lehre richtet sich an 18- bis 29-Jährige, die die Oberstufe oder ein Universitätsstudium abgeschlossen haben, aber auch an Personen ohne Erstausbildung. Ziel dieses Lehrvertrages ist es, erwachsene Personen in den Arbeitsmarkt einzugliedern und gezielt für einen konkreten Arbeitsplatz auszubilden. Der Vertrag wird vor allem über die Kollektivverträge geregelt.Bei Auszubildenden mit einem Vertrag zur berufsspezialisierenden Lehre ist der Betrieb für die berufsbezogenene Ausbildung verantwortlich. Zudem ist eine Ausbildung zu fachübergreifenden Themen vorgesehen, die das Land Südtirol regelt. Der Beschluss der Landesregierung sieht vor, dass die Auszubildenden im ersten Lehrjahr einen zweitägigen Pflichtkurs absolvieren. Dieser beinhaltet die Themen Arbeitsrecht, Arbeitssicherheit und Kommunikation am Arbeitsplatz und wird von den Berufsschulen organisiert. Das Amt für Lehrlingswesen und Meisterausbildung informiert in den kommenden Tagen alle betroffenen Arbeitgeber und Auszubildenden schriftlich über die Inhalte des Beschlusses, den Pflichtkurs und die verschieden Möglichkeiten, die vorgesehenen Ausbildungsstunden abzudecken. Die ersten Kurse werden bereits im April beginnen.Bauwirtschaft ankurbelnDie Landesregierung will aber vor allem die Bauwirtschaft ankurbeln. So soll die Sanierung von Bausubstanz in geschlossenen Ortschaften stärker gefördert werden als bisher. Die Landesregierung plant Steuervorteile für Sanierungen im Ortskern, einen Kubaturbonus für energetische Sanierungen sowie zusätzliche Förderungen bei der Erschließung. "Den Steuerbonus, der für Sanierungen vorgesehen ist, möchten wir vorziehen und so einen zusätzlichen Anreiz schaffen, Wohnungen zu sanieren. Die Bauherren müssen dann nicht über Jahre auf die Vergünstigung warten, sondern können sie schon bei der Sanierung nützen", so Durnwalder.Ebenfalls der Ankurbelung der Bauwirtschaft soll die Beschleunigung des Militärwohnungen-Bauprogramms dienen. Dieses ist Teil des Tauschgeschäfts mit dem Staat, das den Übergang von Militärliegenschaften auf das Land vorsieht. Im Gegenzug baut das Land Wohnungen für Berufssoldaten. Für 2013 hatte die Landesregierung ursprünglich acht Millionen Euro vorgesehen, jetzt hat sie den Betrag verdoppelt. „Damit bekommen Handwerker Arbeit und wir erhalten Grundstücke, die dann ebenfalls für den Wohnungsbau genutzt werden können und für Beschäftigung sorgen", unterstrich Durnwalder.stol