Montag, 21. November 2016

Solland Silicon: Landesgericht meldet Konkurs an

Jetzt hat die unendliche Geschichte Solland Silicon also doch ein Ende gefunden: Am Montagvormittag verkündete Richterin Francesca Bortolotti via Pressemitteilung den Konkurs des Sinicher Siliziumproduzenten. Im Unternehmen vor den Toren Merans hatte sich ein Schuldenberg von rund 30 Millionen Euro angehäuft.

Das Landesgericht hat den Konkurs von Solland Silicon angekündigt.
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Das Landesgericht hat den Konkurs von Solland Silicon angekündigt. - Foto: © D

Der süditalienische Unternehmer Massimo Pugliese hatte 2014 einen Zweig des Vorgängerunternehmens Memc Spa erworben, um mit seiner Solland Silicon – so der neue Name der Firma – polykristallines Silizium zu produzieren. Dieses wird unter anderem für die Herstellung von Solarmodulen verwendet. Doch der extreme Preisverfall auf dem Photovoltaikmarkt machte dem Unternehmer einen Strich durch die Rechnung. Das Chemiewerk in Sinich ging seither nie in Produktion. 

Stattdessen blieb Manager Pugliese den anfangs über 130 Arbeitern und Angestellten Monate lang den Lohn schuldig. Er schob die Krise auf dem Weltmarkt vor und warb um Verständnis. Gleichzeitig brachte der Unternehmer immer wieder potenzielle Kaufinteressenten aus dem asiatischen Raum ins Spiel. Doch jedes Mal platzte der kurz vor dem Abschluss scheinende Deal im letzten Moment. 

Pugliese wollte Aufschub der Insolvenz verhindern

Auch in den vergangenen Wochen und Tagen versuchte Pugliese über seinen Rechtsbeistand Flavio Moccia verzweifelt, einen Aufschub der Insolvenz um 60 Tage zu erwirken. Wieder seien es Investoren  aus Fernost, diesmal aus Taiwan, die sich stark für einen Einstieg in den Meraner Chemiekonzern interessierten und die Firma somit retten konnten. 

Doch Konkursrichterin Francesca Bortolotti  und ihre Beisitzer Stefan Tappeiner und Elena Covi wiesen die Anfrage um Aufschub zurück. Sie bewerteten das Kaufinteresse eines Interessenten mit einem raschen Besitzerwechsel als wenig glaubwürdig. Unter anderem bemängelte das Gericht, dass ein konkreter Verhandlungsplan mit den Gläubigern fehle.

Schicksal der 110 Mitarbeiter noch ungewiss

Außerdem seien bereits Kosten in der Höhe von 2 Millionen Euro entstanden und würden weiter steigen, um die hohen Sicherheitsstandards in dem Werk erfüllen zu können. Im Moment übernimmt das Land die Kosten für die Sicherheit des Chemiewerkes und damit für die Bevölkerung.

Was aus den verbliebenen 110 Arbeitern wird, ist noch ungewiss. Derzeit befinden sie sich  in der außerordentlichen Lohnausgleichskasse. Gemeinsam wolle man daran arbeiten, die Mitarbeiter in die ordentliche Lohnausgleichskasse zu überstellen.

ki

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Mehr dazu lesen Sie in der Dienstag-Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol