Dienstag, 24. März 2020

Sozialberufe: In Zeiten des Coronavirus wichtiger denn je

In diesem Jahr 2020 steht der Weltsozialarbeitstag ganz im Zeichen der Förderung der Bedeutung von zwischenmenschlichen Beziehungen. Dieses Thema , um einen internationalen Blick auf die gegenseitige Abhängigkeit der Menschen und auf die Notwendigkeit der Erbringung von sozialen Dienstleistungen zu richten.

Die Sozialberufe leisten derzeit Übermenschliches.
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Die Sozialberufe leisten derzeit Übermenschliches. - Foto: © dpa-tmn / Christophe Gateau
Die derzeitige Krisensituation hat diesen Welttag ganz verdrängt, obwohl das Thema dieses Welttages, aktueller denn je ist: Das Fördern der zwischenmenschlichen Beziehungen, die gegenseitige Abhängigkeit der Menschen und das Erbringen von sozialen Dienstleistungen. Wir nehmen diesen Tag jetzt zum Anlass die Sozialberufe mit Fachausbildung in der aktuellen Situation in den Blick zu nehmen.

Die Herausforderungen der Hauspflege

Es werden derzeit noch jene Menschen betreut, deren Situation es unbedingt erforderlich macht, d.h. das dementsprechend weniger Sozialfachkräfte im Dienst sind. Diese Menschen werden dann von den Mitarbeiterinnen der Hauspflege 7 Tage die Woche betreut und versorgt. Auch das Essen auf Rädern wird jetzt häufig von den Mitarbeiterinnen verteilt, weil die Freiwilligen zurückgezogen wurden, bzw. sich selbst auch zurückgezogen haben.
Die betreuten Menschen sind verunsichert und die Angehörigen geraten an Ihre Grenzen, was Wiederum die Belastung der Mitarbeiterinnen erhöht.

Ganz wichtig ist derzeit auch bei den betroffenen Menschen auf die Hygiene zu achten um ja keinen Krankenhausaufenthalt zu riskieren. Desinfektionsmittel sind vorrätig, was fehlt sind trotz der Bemühungen des Landes immer noch Schutzmasken vor Ort. Zudem herrscht große Unsicherheit im Umgang mit den Minusstunden der Mitarbeiterinnen. Der Informationsfluss ist aufgrund des Fehlens von technischen Hilfsmitteln schwierig.

Erschwerend kommt dazu, das die Altenheime derzeit keine Aufnahmen ins Heim abwickeln und somit Menschen die aus den Krankenhäusern entlassen werden unter erschwerten Umständen von der Hauspflege betreut werden müssen. Hier können keine Grenzen gezogen werden, die Hauspflege muss „offen“ bleiben.

Seniorenwohnheime

Der Alltag in den Seniorenwohnheimen: auch dieser muss trotz der Ausnahmesituation für die Heimbewohner und Heimbewohnerinnen gestaltet werden und das ist gerade in Krisenzeiten ein wichtiger Aspekt der Sicherheit und Struktur schafft. Hier kommt das Thema des Welttages der Sozialberufe besonders zum Tragen „das Fördern der zwischenmenschlichen Beziehungen“.

Auch die Mitarbeiterinnen für Integration können derzeit die Ihnen anvertrauten Kinder nicht betreuen , auch ihr beruflicher Alltag ist ausgesetzt.

Im Bereich der Menschen mit Behinderung kommt es auch zu großen Belastungen der Familien, welche die betroffenen Menschen jetzt zu Hause selber pflegen und versorgen. Auch dort gibt es Unsicherheit der Mitarbeiterinnen im Umgang mit der aktuellen Situation und auch das personenzentrierte Arbeiten muss jetzt auf ein Mindestmaß reduziert werden.

Kleinkindbetreuerinnen

Die Kleinkindbetreuerinnen waren schon vor der aktuellen Krise in einer schwierigen Situation und seit der Schließung der Einrichtungen der Kleinkindbetreuung, spitzt sich diese weiter zu.

Die aktuelle Krise zeigt schonungslos die Schwachstellen auf, welche es zum Teil schon vor der Coronakrise gab, um eines davon zu nennen das Weiterleiten von pflege- und betreuungsrelevanten Informationen zwischen den verschiedenen Diensten was sich aktuell als äußert wichtig erweist.

Krisen sind auch immer eine Chance und zeigen offen welche Dienste in einer Gesellschaft relevant sind und auf die wir nicht verzichten können und dazu gehören auch die Sozialberufe.

stol