Freitag, 22. Mai 2015

"Soziales Mindesteinkommens ist notwendig”

?“Auch in Südtirol sind Menschen aller Alterschichten mittlerweile vom Armutsrisiko betroffen", erklärt Alfred Ebner, Generalsekretär des AGB/CGIL im Hinblick auf die zunehmende Verarmung der Familien. Eine Lösung liegt in der schrittweise Einführung des sozialen Mindesteinkommens.

Alfred Ebner: “Armutsrisiko - Die Schrittweise Einführung des sozialen Mindesteinkommens ist notwendig”.
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Alfred Ebner: “Armutsrisiko - Die Schrittweise Einführung des sozialen Mindesteinkommens ist notwendig”. - Foto: © D

Vor allem im Falle von Arbeitslosigkeit als Folge der Wirtschaftskrise sei Armut naheliegend. "Der Anstieg des Rentenalters und die zunehmende prekären Beschäftigung verschlechtern die Situation zusätzlich", erklärt Alfred Ebnerim Hinblick auf die Aussendung der Caritas, in welcher auf die zunehmende Verarmung der Familien hingewiesen wird (STOL hat berichtet).

Für Ebner könnte die schrittweise Einführung des sozialen Mindesteinkommens eine Antwort auf dieses Phänomen sein. Es handelt sich hierbei um eine komplexen Angelegenheit, die radikale rechtliche, kulturelle und organisatorische Änderung im lokalen Gesundheitsdienst voraussetzt.“

„Um ein solches Vorhaben umzusetzen, ist es notwendig, schrittweise vorzugehen. Notwendig ist außerdem die Gewissheit über die Verfügbarkeit der mittel- und langfristig benötigten finanziellen Ressourcen. Ein soziales Mindesteinkommen würde sicherlich dazu beitragen, die Spannungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsschichten abzubauen. Durch einen einheitlichen und gerechten Zugang zu den Leistungen des Sozial- und Gesundheitswesen könnten außerdem das derzeit geringe Vertrauen in die Institutionen gestärkt werden.“

Für die Gewerkschaft muss es ein vorrangiges Ziel der Politik sein, der Verarmung der Bevölkerung entgegen zu wirken. Das soziale Mindesteinkommen könnte ein Teil der entsprechenden politischen Strategie sein.

„Wir benötigen eine Politik zugunsten der Arbeit, der Familien, der pflegebedürftigen Personen und der Gesundheit. Ein Sache ist es, den bedürftigen Personen zu helfen, eine andere, ebenso wichtige ist jedoch auch, präventiv zu handeln und zu verhindern, dass die Menschen sich in einer Situation der Armut wiederfinden.“ so Alfred Ebner abschließend.

stol

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