Der Rablander Obstbauer Hans Bonani ist ein genauer Beobachter der Natur. „Heuer befindet sich die Vegetation beinahe auf dem Niveau der 1970er und 1980er Jahre – also wie vor rund 50 Jahren. Die Bäume sind erst im grünen Knospenstadium. Ich rede jetzt von der Töll aufwärts. Im Etschtal und Meraner Raum sind wir einen Schritt weiter“, sagt Bonani. „Es gibt eine alte Bauernregel: Spät Ostern, später ,Langes‘. Heuer behalten die Alten Recht“, meint Bonani. Daher hätten die jüngsten 2 Frostnächte den Obstkulturen auch nichts anhaben können.<BR /><BR />Grundsätzlich seien wir mitten im Klimawandel, „nein, eigentlich ist er bereits vollzogen. Aber dieses Frühjahr ist wie eines vor Beginn des Klimawandels vor 50 Jahren. Die Vegetation ist derzeit auf einem Niveau wie in den 1970er und 1980er Jahren“, sagt der Rablander Obstbauer.<BR /><BR />In der vergangenen Woche wurden „in den exponierten Tallagen ab der Töll aufwärts 2 ergiebige Frostnächte mit minus 6 und minus 5 Grad gemessen, aber die waren wegen des verzögerten Vegetationsstadiums kein Problem. Denn derzeit befinden sich die Blüten noch in der Startphase, das heißt kurz vor dem Aufbrechen“, erklärt Bonani.<BR /><BR />Und er bemüht die alte Bauernregel, die besagt: Spät Ostern, später ,Langes‘. „Diese Regel hat umgekehrt auch 2024 zugetroffen. Da hatten wir Ostern am 31. März und einen so frühen Vegetationsstart wie selten zuvor. In den alten Bauernregeln steckt ein Körnchen Wahrheit“, sagt er. Die Vegetation hinke heuer im Vergleich zu den letzten 20, 30 Jahren rund 2 Wochen nach. – Das lasse sich auch gut an den Marillenbäumen beobachten. <BR /><BR />„2024 waren am 6. März rund 50 Prozent der Marillenblüten offen, am 11. März 2024 standen die Marillenbäume in Vollblüte. Im Vergleich dazu sind heuer – fast 2 Wochen später – nur einzelne Blüten offen. Ich rede immer vom Gebiet Töll Richtung Vinschgau“, sagt Bonani. In Zeiten des veränderten Klimas „hüpft das Wetter von einem Extrem ins andere. Insofern ist das heurige Jahr ein interessantes Jahr. Und die Alten haben mit ihrem Spruch Recht behalten. L etztlich ist es so, dass Mutter Natur ihre eigenen Gesetze hat“, stellt der Großbauer voller Respekt fest. Seine jahrelange Erkenntnis: Jedes Jahr ist anders.