„Der Sturm hat auch die Sparkasse getroffen“, sagte Präsident Gerhard Brandstätter am Anfang seiner Rede an die rund 350 Aktionäre, die in die Sparkassen-Academy nach Bozen gekommen waren. Nun sei man gewillt, die Bank wieder in ruhigeres Fahrwasser zu leiten.„Können Enttäuschung verstehen“Brandstätter ging auf die Ereignisse der vergangenen Monate ein: auf die Neubestellung des Verwaltungsrates, die erneuten Wertberichtigungen und den Verlust von knapp 60 Millionen Euro im ersten Halbjahr des laufenden Jahres.„Wir können verstehen, wenn Sie enttäuscht sind“, sagte der Sparkassen-Präsident. Man sei aber sicher, diese Krise überwinden zu können.„Mit dieser Kapitalerhöhung hätten wir wieder eine Kernkapitalquote von über zehn Prozent.“ Damit wäre die Sparkasse wieder stark und konkurrenzfähig genug, um auf die Erfolgsspur zurückzukehren. Brandstätter appellierte daher an die Aktionäre, diesen „wichtigen Schritt mitzutun“.Kapitalerhöhung mit nur einer Gegenstimme genehmigtHatte man erwartet, dass bei der darauffolgenden Diskussion die Wogen hochgehen würden, wurde man eines Besseren belehrt: Die Aktionäre übten teilweise zwar Kritik, zeigten sich aber von der Wichtigkeit einer Kapitalerhöhung überzeugt.Diese wurde gegen Mittag mit nur einer Gegenstimme und sieben Enthaltungen genehmigt.Mit der Abstimmung hat die Sparkasse nun den Auftrag zur Kapitalerhöhung bekommen. Der operative Start werde aber frühestens Anfang Februar erfolgen können, da es zuerst die entsprechenden Genehmigungen von Seiten der Aufsichtsbehörde Consob und der Banca d'Italia brauche.Aktien-Splitting beschlossenZugestimmt hat die Gesellschafterversammlung am Dienstag auch einem Aktien-Splitting: Das Verhältnis der Teilung beträgt 1:10. Dadurch erhöhe sich die Gesamtanzahl der Aktien der Südtiroler Sparkasse von aktuell 4,05 Millionen auf 40,5 Millionen Stück. Im Gegenzug reduziere sich der Nominalwert der einzelnen Aktie von 77 Euro auf 7,7 Euro.„Für die derzeitigen Aktionäre ändert sich im Wesentlichen aber nichts, da der Gesamtwert der vom Aktionär gehaltenen Aktien bzw. sein Unternehmensanteil unverändert bleiben“, hieß es. sor