Sparkassen-Präsident Gerhard Brandstätter und Generaldirektor Nicola Calabrò über die Hintergründe. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-51927103_quote" /><BR /><b><BR /><BR />Die Sparkasse hatte schon im Sommer, als sie ihre Beteiligung an der CiviBank auf 10 Prozent erhöht hatte, in Aussicht gestellt, dass es wohl nicht dabei bleiben wird. Im September haben wurde auf 17 Prozent erhöht und nun streben Sie die Kontrolle an. War das schon immer der Plan?</b><BR />Gerhard Brandstätter: Wir haben den ganzen Sommer über die Situation geprüft und gesehen, dass 17 Prozent nicht Fisch und nicht Fleisch sind, wie man so schön sagt. Zudem sind die Voraussetzungen gut, weil CiviBank eine gesunde Bank ist, mit der wir auch keine Überlappungen bei den Filialen haben. <BR />Nicola Calabrò: Wir brauchen also auch keine Umstrukturierung vorzunehmen, wie es sonst oft bei Übernahmen oder Fusionen der Fall ist. <BR /><BR /><BR /><b>Was bringt der Sparkasse diese Übernahme?</b><BR />Brandstätter: Wir wollen dadurch im Interesse unserer Aktionäre einen Mehrwert kreieren und durch die Synergieeffekte noch solider und robuster werden.<BR />Calabrò: Laut unseren Prognosen können wir gemeinsam mit CiviBank in den nächsten 3 Jahren zwischen Kosteneinsparungen und höheren Erträgen Synergieeffekte von 10 bis 12 Millionen Euro erreichen. Das heißt, wir schätzen, bis 2024 oder 2025 weitere 10 bis 12 Millionen Euro an Gewinnen zu realisieren. <BR /><BR /><BR /><b>Sie sprechen davon, dass Sie die Kontrollmehrheit übernehmen wollen. Konkret? </b><BR />Calabrò: Dazu muss man wissen, dass die CiviBank im Zuge der Volksbankreform erst im Frühjahr in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, sodass es heute ein sehr zersplittertes Aktionariat gibt, mit wenigen starken Aktionären. Wir haben zurzeit 17 Prozent, nach uns kommt die Trentiner Versicherungsgesellschaft Itas mit 5 Prozent, alle anderen Aktionäre haben weniger als 5 Prozent. Mit unserem Übernahmeangebot könnten wir in Zukunft theoretisch auch bis auf 100 Prozent kommen. Unser Mindestziel sind aber sicher mehr als 50 Prozent. Ab dem Moment haben wir die offizielle Kontrolle, die es uns erlaubt, die Bank richtig zu verwalten.<BR /><BR /><b><BR />Wie viel wird sich die Sparkasse diese Operation kosten lassen?</b><BR />Calabrò: Realistischerweise wird unser Engagement zwischen 70 und 100 Millionen Euro liegen. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-51927107_quote" /><BR /><b><BR /><BR />Sie haben auch angekündigt, das Angebot in bar zu machen…</b><BR />Calabrò: Das stimmt. Unsere Solidität erlaubt es uns, diese Operation in bar zu tätigen, weil wir in den vergangenen 5 bis 6 Jahren viel gespart haben. Die Sparkasse bleibt aber auch nach dieser Operation solide und stark. <BR /><BR /><BR /><b>Auf diesem Weg würde die Sparkasse – gemeinsam mit der CiviBank – gemessen am Marktanteil zu einer der größten Banken im Nordosten Italiens. </b><BR />Brandstätter: Ja, gemeinsam wären wir nach den 4 großen Banken Intesa, Unicredit, Monte dei Paschi di Siena und Banco BPM die größte Territorialbank im Nordosten – und mit Sitz im Nordosten. <BR /><BR /><BR /><b>Die Marke CiviBank soll auch in Zukunft bestehen bleiben?</b><BR />Calabrò: Ja, unser Ziel ist es, die Bank richtig und gut zu verwalten, aber gleichzeitig ihre Identität zu erhalten. Denn wir denken, dass die Kunden mehr Feeling zur CiviBank haben als zur Sparkasse. Langfristig werden wir dann sehen, ob wir das so beibehalten.<BR />Brandstätter: Für die CiviBank ist es sicher eine gutes Angebot. Würde eine Großbank kommen, wäre das Risiko groß, dass die Marke verschwindet, wie man es auch bei Intesa und der Bank für Trient und Bozen gesehen hat. Wir hingegen wollen mit einer kontrollierten Gesellschaft weitermachen und die Marke erhalten. <BR /><BR /><BR /><b>Welche Hürden sind jetzt noch zu überwinden? </b><BR />Calabrò: Die Europäische Zentralbank wird nun das Angebot prüfen, das dauert ungefähr 3 Monate. Bis Ende März, Anfang April sollte die EZB ihr grünes Licht geben. Von da an wird die italienische Aufsichtsbehörde Consob binnen weniger Tage entscheiden. Wir denken, dass wir im April das Übernahmeangebot umsetzen können. <BR />Brandstätter: Dazu ist zu sagen, dass wir natürlich vorher alles geprüft haben – und wenn wir gesehen hätten, dass das Angebot nicht genehm wäre, hätten wir es nicht gemacht. Aber die Operation wird sehr positiv bewertet. <BR /><BR /><BR /><b>Wie groß sind die Sorgen, dass zu einem späteren Zeitpunkt doch noch Leichen im Keller der CiviBank auftauchen?</b><BR />Calabrò:Das haben wir uns natürlich genau angeschaut und wir glauben, das diese Operation keine großen Risiken birgt.