Der SPID-Dienst von Poste Italiane gehört zu den am meisten verbreiteten im Land: Rund 28,7 Millionen SPID-Identitäten wurden von der Post ausgestellt (Stand Ende 2024). Poste Italiane hält damit etwa 70 Prozent Marktanteil. Doch nun wird der Dienst zahlungspflichtig. Das geht aus einer Mitteilung auf der Website PosteID hervor, in der eine „einseitige Änderung der Nutzungsbedingungen“ angekündigt wird.<h3> Ab dem zweiten Jahr kostet der Dienst sechs Euro</h3>Konkret bleibt der Dienst im ersten Jahr kostenlos. Ab dem zweiten Jahr wird ein jährlicher Beitrag von sechs Euro fällig, der die Funktion zum Zugriff auf alle Online-Dienste mit SPID-Logo abdeckt. Für Nutzer, deren SPID bereits seit mehr als einem Jahr aktiv ist, erfolgt keine sofortige Unterbrechung: Die Gebühr wird erst am Ende des laufenden Jahreszeitraums erhoben.<BR /><BR />Die Zahlung kann online per Karte über das Portal „posteid.poste.it“ oder in einer Postfiliale erfolgen. In letzterem Fall genügt die Angabe der Steuernummer des Inhabers der digitalen Identität; Ausweisdokumente oder die persönliche Anwesenheit des Betroffenen sind nicht erforderlich.<BR /><BR />Wird die Gebühr nicht rechtzeitig bezahlt, bleibt die digitale Identität bis zu 24 Monate nach dem letzten Zugriff bestehen, der Zugang zu den Online-Diensten wird jedoch vorübergehend gesperrt. Eine Reaktivierung ist jederzeit durch Zahlung möglich.<h3> Dienst bleibt für bestimmte Personen kostenlos</h3>Kostenlos bleibt der Dienst für Minderjährige, Personen ab 75 Jahren und im Ausland lebende Bürger. Bereits im Oktober hatte das Ministerium für den digitalen Wandel die Einführung von Kostenpflichtigkeit für die SPID-Nutzerbasis angekündigt. <BR /><BR />Die Regierung Meloni hat im vergangenen Jahr auch mithilfe des SPID die Digitalisierung des Landes deutlich vorangetrieben. Im Bereich der digitalen Identität habe Italien die Zielvorgaben des Konjunkturplans PNRR sogar zwei Jahre früher erreicht, erklärte der Staatssekretär für den digitalen Wandel, Alessio Butti. <BR /><BR />Beim Breitbandausbau seien deutliche Fortschritte erzielt worden, allerdings gebe es noch Probleme, insbesondere beim Projekt „Italia a 1 Giga“. Italien bleibe führend bei der 5G-Abdeckung, müsse aber beim Glasfaserausbau Tempo machen, erklärte Butti.