Der Unternehmer war erstinstanzlich im Mai wegen des betrügerischen Bankrotts seiner Firma bereits zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Tanzi hatte Berufung eingereicht. Laut den Staatsanwälten besteht Fluchtgefahr, außerdem könnte Tanzi weitere Vergehen begehen, berichteten italienische Medien.Parmalat war Ende 2003 unter einer Schuldenlast von 14 Mrd. Euro zusammengebrochen. Die Schulden waren achtmal so hoch wie bekannt. Ein Konkursverwalter sanierte den weitverzweigten Konzern und konzentrierte die Aktivitäten erfolgreich auf das Kerngeschäft. Im Oktober 2005 kehrte das Unternehmen an die Börse zurück. Im Zusammenhang mit der Firmenpleite sind noch weitere Verfahren anhängig.Die Staatsanwaltschaft der Stadt Parma hatte am Mittwoch eine erstinstanzliche Strafe von 20 Jahren Haft für Firmengründer Calisto Tanzi beantragt. Für den Bruder Tanzis Giovanni verlangte die Staatsanwaltschaft zwölf Jahre Haft. Der Ex-Finanzdirektor des Konzerns, Fausto Tonna, der als Drahtzieher des kolossalen Betrugs gilt, der Parmalat in den Ruin trieb, soll laut Staatsanwaltschaft zu neun Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt werden. Seine Zusammenarbeit mit der Justiz sei zur Klärung des Skandals entscheidend gewesen, daher forderte die Staatsanwaltschaft mildere Strafen für den Manager.