Montag, 04. September 2017

Stada-Investor Singer setzt sich im Streit mit Eignern durch

Im Streit mit dem Investor Paul Singer um eine höhere Abfindung für die Stada-Aktionäre sind die Finanzinvestoren Bain und Cinven eingeknickt.

Symbolbild.
Symbolbild. - Foto: © shutterstock

Bei Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit Stada wollen die Finanzinvestoren den übrigen Aktionären eine Abfindung von 74,40 Euro pro Aktie anbieten, teilten die neuen Stada-Eigentümer am Sonntagabend mit.

Der von Singer kontrollierte Hedgefonds Elliott hatte vergangene Woche erklärt, er werde einen Beherrschungsvertrag nur unterstützen, wenn die Abfindung nicht weniger als 74,40 Euro pro Stada-Aktie beträgt. Singer hielt zuletzt über seinen Fonds und andere Vehikel 13,26 Prozent der Anteile. Einschließlich Derivaten hat er inzwischen sogar Zugriff auf 15,24 Prozent an dem Arzneimittelhersteller. Damit spielt der aktivistische Investor eine Schlüsselrolle.

Um einen Beherrschungsvertrag abschließen zu können benötigen Bain und Cinven eine Mehrheit von 75 Prozent auf der Stada-Hauptversammlung – zuletzt hielten sie aber nur knapp 64 Prozent. Die Verhandlungen über den Vertrag mit Stada laufen derzeit, ein Abstimmungstermin steht noch nicht fest.

Den Finanzinvestoren war Mitte August im zweiten Anlauf zwar die mehr als 5 Mrd. Euro schwere Übernahme von Stada geglückt, die geforderte Schwelle von 63 Prozent der Anteile an dem Pharmakonzern hatten sie mit 63,8 Prozent aber nur knapp übersprungen.

Bis zum Freitag konnten Anleger, die das Offert über 66,25 Euro noch nicht angenommen haben, ihre Anteile noch andienen. Da die Stada-Aktie in den vergangenen Wochen deutlich über dem Offert notierte, dürften Bain und Cinven kaum zusätzliche Papiere eingesammelt haben. Am Freitag ging die Stada-Aktie bei 79,50 Euro aus dem Handel.

apa/reuters

stol