Samstag, 24. März 2018

Strafzölle: China kündigt Verteidigung eigener Interessen an

Die chinesische Regierung hat die USA wegen des eskalierenden Handelsstreits erneut kritisiert. Die Regierung in Washington habe internationale Handelsregeln verletzt, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Liu He am Samstag in einem Telefonat mit US-Finanzminister Steve Mnuchin nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Bei weitem nicht alles grün zwischen den USA und China Foto: APA (AFP/GETTY)
Bei weitem nicht alles grün zwischen den USA und China Foto: APA (AFP/GETTY)

”China hat sich darauf vorbereitet und ist stark genug, seine nationalen Interessen zu verteidigen”, so He. Zugleich äußerte Liu dem Bericht zufolge die Hoffnung, dass beide Seiten „vernünftig” bleiben und zusammenarbeiten, um die Handelsbeziehungen zu sichern.

US-Präsident Donald Trump hatte Zölle auf chinesische Produkte im Volumen von bis zu 60 Milliarden Dollar (48,60 Mrd. Euro) angekündigt. Er wirft dem Land vor, US-amerikanische Firmen zu einem Technologietransfer zu zwingen oder geistiges Eigentum zu stehlen. Zudem haben die USA zusätzliche Zölle auf Stahl und Aluminium erlassen, von denen die EU zunächst ausgenommen ist.

Deutschland warnt vor Handelskonflikt

In Deutschland warnten Wirtschaftsverbände angesichts der geplanten US-Strafzölle gegen China vor einem schweren Handelskonflikt. „Die Ankündigungen der US-Administration bereiten uns große Sorge”, sagte Friedolin Strack, Sprecher der Geschäftsführung des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.

Die Einschätzung der US-Administration, dass es beim Marktzugang Ungleichheiten gebe, teile er durchaus: „Vergleichsweise offene Märkte in den USA und der EU, hohe Marktzugangsbarrieren in China.” Auch seien die deutschen Firmen sehr besorgt über die Entwicklung des Geschäftsklimas in China. Die Marktwirtschaft müsse zurückweichen, und Zielen der Partei werde oberste Priorität eingeräumt, sagte Strack der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Dennoch tritt die deutsche Wirtschaft dafür ein, das regelbasierte Welthandelssystem mit der WTO auszubauen und nicht durch einseitige Maßnahmen zu gefährden.”

Auch Apple-Chef Tim Cook meldete sich im Handelsstreit zu Wort. Er hoffe, dass sich die „kühlen Köpfe” durchsetzten, sagte der Manager am Samstag am Rande einer Konferenz in Peking. Es habe Fälle gegeben, in denen im US-amerikanisch-chinesischen Handel nicht jeder profitiert habe oder der Nutzen nicht ausgeglichen gewesen sei. Zugleich warb Cook für einen offeneren Handel.

apa/ag./dpa

stol