Mittwoch, 13. Dezember 2017

Streiks bei Ryanair: Italien trifft es am Freitag

In Italien, Portugal, Deutschland und Irland wurden die Ryanair-Piloten von den dortigen Gewerkschaften zu Streiks aufgerufen. Die Italiener wollen bereits an diesem Freitag für vier Stunden die Arbeit niederlegen.

Ryanair: Vierstündiger Pilotenstreik in Italien am Freitag bestätigt.
Ryanair: Vierstündiger Pilotenstreik in Italien am Freitag bestätigt. - Foto: © APA/EPA

Die angekündigten Pilotenstreiks beim irischen Billigflieger Ryanair sollen noch in diesem Jahr beginnen. Europaweit werfen Gewerkschaften dem Unternehmen unsoziale und ausbeuterische Arbeitsbedingungen vor. In ganz Europa seien die Piloten nicht mehr bereit, das willkürliche Ryanair-System hinzunehmen, erklärte der Präsident der deutschen Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Ilja Schulz. „Der Frust ist größer als die Angst.“

Der Gewerkschaftsverband FIT-Cisl bestätigte den vierstündigen Streik der italienischen Ryanair-Piloten am Freitag und warf Ryanair „Arroganz“ vor. Es sei skandalös, wie Ryanair seine Mitarbeiter behandle, hieß es. An der Basis Dublin hatten sich am Montagabend irische Piloten per Urabstimmung für einen Streik ausgesprochen.

Nach der Streikankündigung in Dublin hat das Unternehmen möglichen Streikteilnehmern zudem mit finanziellen und dienstplantechnischen Nachteilen gedroht, weil sie die Vereinbarungen mit Ryanair verletzten.

Italienische Regierung kritisiert Ryanair

Die italienische Regierung kritisiert die irische Fluggesellschaft Ryanair, die angesichts eines am Freitag geplanten Pilotenstreiks Verhandlungen ablehnt hatte. „Man kann nicht von den Vorteilen des Markts profitieren und die Regeln ignorieren“, kommentierte der italienische Industrieminister Carlo Calenda.

Der Fall Ryanair beschäftigt auch die regierende Demokratische Partei (PD). Senatoren der Partei machten Druck auf Arbeitsminister Giuliano Poletti, die Arbeitsverhältnisse bei Ryanair in Italien zu prüfen. Es gehe unter anderem um die Sicherheit im Flugbereich, betonten die Senatoren.

Konkrete Streiktermine an den zehn deutschen Ryanair-Basen werde man so rechtzeitig bekanntgeben, „dass Familien nicht mit ihren Koffern auf den Flughäfen stehen müssen“, kündigte der Gewerkschafter an. Auf der anderen Seite wolle man der Fluggesellschaft aber mögliche Gegenmaßnahmen erschweren. „Unsere Maßnahmen müssen auch sitzen.“ Ausgenommen seien nur die Weihnachtstage vom 23. bis zum 26. Dezember.

apa

stol