Donnerstag, 21. Mai 2020

Strom- und Gas: Große Kosteneinsparungen möglich

Covid-19 hat den Alltag teilweise lahmgelegt. Allerdings Strom- und Gasrechnungen trudeln weiterhin ins Haus, und das „Teleselling“ für Energieverträge hat sogar Hochkonjunktur. Gerade in Zeiten fehlender Einkünfte können die telefonisch versprochenen Einsparungen sehr verlockend sein – jedoch ist auch im Energiesektor leider nicht immer alles Gold, was glänzt. Die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) hat daher die aktuelle Lage am Energiemarkt genauer unter die Lupe genommen.

Die Verbraucherzentrale Südtirol  hat die Preise von  lokalen und nationalen Strom- und Gas-Anbietern verglichen  und zeigt, dass man viel Geld sparen kann.
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Die Verbraucherzentrale Südtirol hat die Preise von lokalen und nationalen Strom- und Gas-Anbietern verglichen und zeigt, dass man viel Geld sparen kann. - Foto: © shutterstock
In der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) trudelten in den letzten Monaten viele Verbraucheranfragen zum Thema Strom und Gas ein.

Daher hat die VZS die Preise von lokalen und nationalen Anbietern verglichen . Der Vergleich zeigt ein Sparpotential von 100-120 Euro beim Strom, und von ca. 400 Euro beim Gas, also insgesamt ca. 500 Euro pro Jahr für die Musterfamilie, die vom teuersten zum günstigsten Anbieter wechselt.

Bei den lokalen Anbietern wurden die Angebote für einen 3-Jahreszeitraum verglichen, da die Angebote eines großen lokalen Anbieters einen Bonus vorsehen, der rückzuerstatten ist, wenn man vor Ablauf dieser 3 Jahre den Anbieter erneut wechselt. Daher wurden die Preise auch im Hinblick auf diese Dauer verglichen.

Die VZS hat festgestellt, dass viele Anbieter auch zertifizierten „grünen“ Strom anbieten. Bei einigen ist dieser bereits im Preis enthalten, bei anderen ist ein Aufschlag dafür zu entrichten (1-2 Euro im Monat).

Die Tabellen mit allen Vergleichen aller Anbieter können auf der Website der Verbraucherzentrale Südtirol eingesehen werden.

Angebote und Bedingungen verstehen – einige Tipps


Vor Abschluss eines neuen Vertrags sollte man genau vor Augen haben, welche Bedingungen das neue Angebot hat. Dies ist leider in den meisten Fällen alles andere als einfach.

Die Berechnung des Energie-Endpreises ist komplex – wenn es dann ein Anbieter noch darauf anlegt, die Bedingungen noch komplizierter zu gestalten, ist man anderswo besser aufgehoben.

Wenn dem Kunden ein Rabatt in Prozent versprochen wird, sollte man prüfen, ob der Gesamtpreis oder die Energiekomponente gemeint ist. Diese Komponente macht nämlich nur 20-30 Prozent der Gesamtkosten aus.

Die Gesamtkosten umfassen neben der Energiekomponente noch die Verkaufs- und Vertriebskosten (fix pro Monat, z.B. 7 Euro), die Transportkosten, die Allgemeinen und Systemkosten und die Steuern (diese 70 Prozent der Kosten sind nicht reduzierbar).

Die Steuern machen beim Strom ca. 15 Prozent und beim Gas ca. Prozent aus. Daher gilt es, immer nach den Gesamtkosten je kWh (Kilowattstunde) zu fragen!

Einmal-Preisnachlässe oder Abzüge können an Bedingungen geknüpft sein, wie z.B. Mindestvertragsdauer, und müssen bei Nichteinhaltung der Bedingungen eventuell rückerstattet werden.

Bei Telefonangeboten ist Vorsicht geboten

Viele Verbraucher berichten von Anrufen von irgendwelchen Brokern oder Vermittlern, die neue Stromangebote verkaufen wollen. Die VZS rät zur Vorsicht.

Zum einen ist es am Telefon nahezu unmöglich, genau zu ermitteln, ob das Angebot wirklich günstig ist. Zum anderen ist es im allgemeinen nie ratsam, am Telefon Daten (Namen und Adresse, Bankdaten, Ausweisdaten, Daten zum Stromzähler, …) weiterzugeben, da man nie wirklich ausschließen kann, einen Betrüger an der Strippe zu haben.

Sollten man am Telefon „ja“ zum Vertrag gesagt haben, können Sie innerhalb von 14 Tagen vom Vertrag zurücktreten.

Ende des geschützten Markts – noch reichlich Zeit für eine Entscheidung

Die Abschaffung des geschützten Energiemarkts wurde auf 1. Jänner 2022 verschoben. Bis dahin kann man sich einen Anbieter am freien Markt suchen.

stol