Für die Analyse nutzte die VZS das Vergleichsportal der Regulierungsbehörde ARERA ( <a href="www.ilportaleofferte.it" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">www.ilportaleofferte.it</a>). Bei einzelnen – insbesondere lokalen – Anbietern wurde zusätzlich die jeweilige „Vergleichbarkeitstabelle“ auf den Unternehmenswebsites herangezogen.<BR /><BR /><b> <a href="https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/krieg-in-nahost-droht-eine-neue-teuerungswelle" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Experten erwarten zudem mögliche Preissteigerungen infolge des Nahost-Konflikts – hier lesen Sie mehr dazu. </a></b><BR /><BR /><i><b>Bevor Sie weiterlesen, stimmen Sie ab:</b></i><BR /><BR /> <div class="embed-box"><div data-pinpoll-id="465198" data-version="v2"></div></div> <h3> Strom: Preisunterschiede von bis zu 300 Euro pro Jahr</h3>Für den Stromvergleich wurde ein Musterhaushalt in Bozen mit einem Jahresverbrauch von 2.700 kWh und einer vertraglichen Leistung von 3 kW zugrunde gelegt – ein landesweit übliches Standardprofil.<BR /><BR />Untersucht wurden ausschließlich variable, indexierte Tarife. Das bedeutet: Der Preis orientiert sich am nationalen Einheitspreis (PUN – „Prezzo Unico Nazionale“), der die Großhandelspreise für Strom widerspiegelt und sich monatlich ändern kann. Festpreisangebote mit einer Laufzeit von meist zwölf Monaten wurden nicht berücksichtigt.<h3> Hier der Strom- und Gasvergleich der Verbraucherzentrale:</h3><div class="img-inline inline-file"><hr><a target="_blank" href="https://s3-images.stol.it/pdf/2026/03/pv-strom-gas-2026.pdf"><img class="uk-img-preserve" src="https://s3-images.stol.it/pdf/2026/03/pv-strom-gas-2026.jpg" /></a><br><a target="_blank" href="https://s3-images.stol.it/pdf/2026/03/pv-strom-gas-2026.pdf" title="pv_strom_gas_2026"><span class="uk-icon" uk-icon="icon: cloud-download;"></span> pv_strom_gas_2026 <small>(pdf)</small></a><hr></div><BR /><h3> Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede</h3>Günstigstes Angebot: 674,14 Euro pro Jahr von Energia Locale Srl<BR /><BR />Zweitgünstigster Tarif: 693,12 Euro im Rahmen des „graduellen Schutzes“<BR /><BR />Der sogenannte „graduelle Schutz“ konnte bis zum 30. Juni 2024 von Haushaltskunden gewählt werden, die noch keinen Anbieter im freien Markt hatten und nicht als besonders schutzbedürftig galten.<BR /> Neuabschlüsse sind nicht mehr möglich. Bestehende Kunden behalten diesen Tarif jedoch mindestens bis 1. Juli 2027. Für Südtirol wurde Enel Energia S.p.A. als Anbieter bestimmt.<BR /><BR />Die Mehrheit der Haushalte in der Provinz Bozen befindet sich mittlerweile im freien Markt. Dort reichten die erhobenen Preise von rund 675 Euro bis über 950 Euro pro Jahr – ein Unterschied von fast 300 Euro jährlich.<h3> Tarif für Schutzbedürftige</h3>Viele sogenannte schutzbedürftige Kunden nutzen weiterhin den entsprechenden Schutztarif. Die geschätzten Kosten liegen aktuell bei rund 693,38 Euro pro Jahr. Anspruch haben unter anderem:<h3> Personen über 75 Jahre</h3>Empfänger von Sozialboni<BR /><BR />Bezieher von Leistungen gemäß Gesetz 104/92<BR /><BR />Haushalte in Not- oder Übergangsunterkünften infolge von Naturkatastrophen<BR /><BR />Wer im freien Markt ist und die Voraussetzungen erfüllt, kann jederzeit zum Schutztarif wechseln.<h3> Gas: Einsparungen möglich – aber genau prüfen</h3>Auch beim Gas zeigt der Vergleich Sparpotenzial – allerdings ist die Zahl günstigerer Angebote im freien Markt begrenzt.<BR /><BR />Grundlage war ein Musterverbrauch von 1.400 Sm³ pro Jahr in Bozen (Heizung, Warmwasser, Kochen).<BR /><BR />Tarif für Schutzbedürftige: etwa 1.440 Euro/Jahr<BR /><BR />Günstigstes variables Angebot im freien Markt: 1.414,89 Euro/Jahr<BR /><BR />Teurere Angebote: über 2.000 Euro/Jahr<BR /><BR />Auffällig sind vor allem hohe jährliche Fixkosten einzelner Anbieter außerhalb der Provinz, die laut VZS bis zu 700–800 Euro betragen können.<h3> „PLACET in deroga“: Deutlich höhere Kosten erwartet</h3>Viele Südtiroler Haushalte beziehen derzeit noch den sogenannten „PLACET in deroga“-Tarif im Gasbereich. Während dieser bis Ende 2025 noch gewisse Einsparungen ermöglichte, ist dies seit Anfang 2026 nicht mehr der Fall.<h3> Die prognostizierten Jahreskosten liegen laut VZS zwischen</h3>1.640,93 Euro bei Alperia<BR /><BR />2.079,60 Euro bei Selgas<BR /><BR />Da es sich auch hier um variable Tarife handelt, können die tatsächlichen Kosten höher ausfallen.<h3> Hintergrund: PLACET-Tarife</h3>PLACET-Gastarife sind standardisierte Angebote des freien Marktes. Die Vertragsbedingungen werden von ARERA festgelegt, während die Preise vom jeweiligen Anbieter bestimmt werden. Es gibt sowohl Festpreis- als auch variable Modelle. Die jährlichen Fixkosten liegen meist zwischen 100 und 180 Euro.<BR /><BR />Der „PLACET in deroga“-Tarif galt bis Ende 2025 für Haushaltskunden im Gasbereich, die nicht als schutzbedürftig eingestuft wurden und zum 31. Dezember 2023 noch im geschützten Markt waren. Seit 1. Januar 2026 gilt auch für diese Kunden der reguläre PLACET-Tarif.<h3> VZS warnt vor Telefonabschlüssen</h3>Die Verbraucherzentrale rät zu besonderer Vorsicht bei Anbieterwechseln:<BR /><BR />Keine Vertragsabschlüsse am Telefon<BR /><BR />Keine Weitergabe persönlicher Daten (POD, PDR, IBAN)<BR /><BR />Misstrauen bei Aussagen wie „Wir sind Ihr regionaler Versorger“ – oft handelt es sich um Vermittler<BR /><BR />Bei Fernabsatzverträgen besteht ein 14-tägiges Widerrufsrecht<BR /><BR />Besondere Vorsicht gilt bei Strom- und Gasverträgen, die in Telekommunikationsgeschäften (etwa im Zusammenhang mit Handyverträgen) abgeschlossen werden. Hier kann unter Umständen kein Widerrufsrecht bestehen, da der Abschluss „in Geschäftsräumen“ erfolgt.<h3> Sozialboni und neue Rechnung 3.0</h3>Der Strom- und Gasbonus für einkommensschwache Haushalte wird automatisch gewährt, sofern ein ISEE unter 9.796 Euro vorliegt. Bei mindestens vier Kindern liegt die Grenze bei 20.000 Euro. Voraussetzung ist derzeit noch die Einreichung der sogenannten DSU für die ISEE-Bescheinigung. Im Laufe des Jahres 2026 soll ein automatischer ISEE eingeführt werden.<BR /><BR />„Die größte Einsparung erzielt man immer durch die Reduzierung des Strom- und Gasverbrauchs“, sagt die VZS-Geschäftsführerin Gunde Bauhofer. „Es ist auch sinnvoll, den aktuellen Tarif auf der Rechnung zu überprüfen. Die neue Rechnung 3.0 enthält den sogenannten Energiebeleg, der auf einen Blick Verbrauchskosten, Fixkosten, Leistung und Steuern zeigt.“